Das war das Jahr 2020 in der Region St. Pölten. Diese Ereignisse bewegten die Menschen in St. Pölten im Jahr 2020:

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 28. Dezember 2020 (05:00)
Im Sommer sorgen Wassermassen für Schäden, vor allem in den Gemeinden Haunoldstein (im Bild) und Hafnerbach.
Marcel Weinauer

St. Pöltner in Australiens Riesenfeuer. Der Beginn des australischen Jahres steht ganz im Eindruck von verheerenden Bränden. Darunter auch zwei Auslands-Österreicher, die vom Inferno berichten. Der ehemalige SP-Gemeinderat Robert Bruckner und Marion Pfeffer sind mittendrin statt nur dabei.

Singbegabte St. Pöltnerin bei DSDS. Nathalie Fechter schafft es bei der deutschen Talente-Show DSDS knapp nicht zu den Live-Shows. Sie übersteht aber mehrere Runden mit Bravour und wird von Pop-Titan Dieter Bohlen gar als „Engel“ bezeichnet. Für die NÖN steht Fechter bei der WISA auf der Bühne.

Neues in der Gastronomie. Die Gaststätte Figl übernimmt Matthias Strunz und verteidigt die Gault Millau-Haube für das Restaurant. Das schafft auch das Dolce Vita auf dem Rathausplatz. Neu in der Innenstadt kocht Pepe Nero im Fuhrmannshof auf. In Stattersdorf sorgt das Ox seit heuer für amerikanisches Restaurantflair. Geschlossen haben hingegen der Gwercher in Stattersdorf und der Gasthof zur Birke in Brunn.

Egger setzt auf Glas. Im Frühling eröffnet die Firma Egger ihre neue Glasanlage mit der pro Stunde 30.000 Flachen gefüllt werden können. 25 Millionen Euro hat das gekostet. Egger setzt in einer neuen Strategie auf Glas als Verpackungsmaterial. Das brachte dem Radlberger Traditionsunternehmen auch einen Design Award ein.

Bombastisch wird das Jahr 2020 mit dem Hauptstadtball eröffnet. Eine der wenigen Veranstaltungen, die im Coronajahr noch möglich sind. Die russische Sopranistin Xenia Galanova eröffnet den Ball stimmgewaltig.
Josef Bollwein

Businesseparks sind gut ausgelastet. Die Gewerbeparks der Landeshauptstadt wachsen und gedeihen. Der ATC Park Nord in Ratzersdorf wird um 34.000 Quadratmeter erweitert. Die Flächen werden von den Kunden gut angenommen und sind weitgehend vergeben. Ein Gastrobetrieb soll im kommenden Jahr noch das Angebot ergänzen. Ziemlich voll ist auch die Gewerbefläche NOE Central. Zuletzt verkündet die Strabag den Ausbau ihrer NÖ Zentrale an diesem Standort.

Neue Führung im Steppenwolf. 16 Jahre lang ist Barbara Obernigg Rudelführerin des Steppenwolfs. Im Sommer übergibt sie die Leitung des beliebten Jugendzentrums an Michael Hogl ab.

Junger Held rettet Pensionisten. In der Maria-Theresia-Straße bemerkt ein 13-Jähriger Brandgeruch. Er zögert keine Minute und alarmiert seine Mutter und ihren Lebensgefährten. Sofort stürmen sie in die brennende Wohnung und retten einen 94-Jährigen aus den Flammen. Die mutige Familie wird anschließend von Bürgermeister Matthias Stadler für ihre Zivilcourage geehrt.

Verfolgungsjagd durch den Bezirk. Ein 19-jähriger Kirchstettner und ein 21-jähriger St. Pöltner liefern sich ein Rennen mit der Polizei. Auf der Westautobahn über Pressbaum, zurück nach Asperhofen und Neulengbach geht die Verfolgungsjagd, ehe in St. Pölten auf einer Tankstelle die Handschellen klicken. Bei der Gerichtsverhandlung zeigen sich beide geständig.

Musikschule brilliert bei Wettbewerb. 40 Schüler der Musik- und Kunstschule der Landeshauptstadt St. Pölten erhalten beim Prima-la-Musica-Landeswettbewerb einen ersten Preis, zehn davon fahren zum Bundeswettbewerb, vier erhalten eine Auszeichnung. St. Pöltens Musikschule holt in der Profiliga der universitären Plus-Wertungen den Sieg unter Niederösterreichs Schulen und gewinnt mit drei Goldwertungen.

Pfarrer geht in Pension. Ende August liest Pfarrer Ernst Bergmann seine letzte Messe in Stattersdorf. Nachfolger wird der Kaplan der Pfarre Wagram, Paul Przybysz.

Pyhra bekommt einen See. In Pyhra wird bald wieder geschwommen. Ein 2.000 Quadratmeter großer See mit maximaler Tiefe von 3,5 Metern ist geplant. Außerdem sollen auf weiteren 5.000 Quadratmetern Liegewiese, Beachvolleyball-Platz, Kinderspielplatz, ein Kiosk sowie Umkleidekabinen und Sanitäranlagen errichtet werden. Die Bagger sind bereits angerollt, 2021 soll der Teich bereits schwimmfertig sein.

Ausgelassener Fasching. Beim Wagramer Fasching im Februar säumen noch tausende feierende Menschen die Straßen. Den ersten Platz der Jury holt sich der Indianer-Wagen der Stadtfeuerwehr mit Leopold Sieder und Manfred Weidinger.
Martin Gruber-Dorninger

Laufen baut Stellen ab. Einen großen Schock gibt es für die Stadt Wilhelmsburg zu verdauen. Die Firma Laufen gibt die Schließung der Produktion in der Traisenstadt bekannt.Die Firma Laufen wird die Produktion in der Traisenstadt einstellen. Verwaltung und Logistik bleiben zwar, 130 der 190 Mitarbeiter verlieren aber ihren Job.

Rechtsstreit um Stockerhütte entschieden. Sieben Jahre lang dauerte der Rechtsstreit zwischen den Naturfreunden und dem Eigentümer der Zufahrt zur Stockerhütte. Letztinstanzliche Urteile des obersten Gerichtshofes veranlassen die Naturfreunde einen Käufer für die Hütte zu suchen. Der wird auch Ende des Jahres gefunden.

Bangen um Neidlinger Dorfladen. Landwirt Christian Kern organisiert einen Dorfladen. Gemeinsam mit anderen bäuerlichen Direktvermarktern bietet er dort Produkte zum Verkauf an. Der Dorfladen funktioniert ohne Personal und basiert auf Selbstbedienung mit großzügigen Öffnungszeiten. Der Dorfladen findet vor allem während der Coronakrise großen Anklang. Probleme gibt es dann wegen der Öffnungszeitenverordnung und der Gewerbeordnung. Bezirkshauptmannschaft, Gemeinde und Dorfladen basteln noch immer an einer Lösung.

Gastronomie in Böheimkirchens Bad. Das Bistro in Böheimkirchen hat einen neuen Betreiber. Wolfgang und Janina Grabensteiner bieten seit Juni für die Böheimkirchner Urlaub zu Hause an.

Milchkönigin kommt aus Stössing. Anita Tröstl ist für zwei Jahre Botschafterin für die heimische Milch. Die gebürtige Stössingerin wird von einer Jury auserwählt. Tröstl stammt aus einem Milchwirtschaftsbetrieb und hat schon als Kind am Hof mitgearbeitet.

Bachinger gibt es seit 90 Jahren. Seit vier Generationen versorgen die Bachingers die Menschen mit Süßspeisen, Kaffee und gemütlicher Atmosphäre.Das Traditionsunternehmen wird 2020 90 Jahre und strotzt immer noch vor Ideen.

St. Pöltens Vize geht in in Pension. St. Pöltens Vizebürgermeister Franz Gunacker zieht nach 34 Jahren im Gemeinderat, 20 Jahren Tätigkeit als Stadtrat und acht Jahren als Vizebürgermeister, einen Schlussstrich unter seine politische Karriere. Zu den Verdiensten Gunackers gehören der LUP-Bus und die Modernisierung des Wirtschaftshofes. Bürgermeister Matthias Stadler würdigt seinen ehemaligen Vize als „Fels in der Brandung“. Sein Nachfolger wird der bisherige SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Harald Ludwig. Diese Position übernimmt Klaus Seltenheim. Statt Ludwig zieht Gabriele Vavra in den Stadtsenat ein. Ihre Position im Gemeinderat nimmt der Landesvorsitzende der Jungen Generation in der SPÖ, Michael Kögl ein. Einen weiteren Neuzugang vermeldet die SPÖ im Herbst. Der ehemalige Grünen-Gemeinderat Markus Hippmann wechselt in die Fraktion der SPÖ.

„Erholungskur“ für Kirchenfiguren. Die Heilige Maria Immaculata und der Heilige Nepomuk haben für ein paar Wochen ihren Platz am Eingang der Wilhelmsburger Kirche verlassen. Die tonnenschweren Figuren werden für etwa 6.000 Euro hergerichtet und revitalisiert auf ihren Platz zurückgestellt.

Neue Ortsstellenleitung beim Roten Kreuz. Zehn Jahre leitete Nicoleta-Daniela Bleyer die Ortsstelle des Roten Kreuzes Prinzersdorf. Die Leitung übergibt sie an ihren bisherigen Stellvertreter Josef Grießler.

Neuer Eingang für Michelbachhalle. 65.000 Euro kostet die Neugestaltung des Eingangsbereiches der Michelbachhalle. Eine Holzkonstruktion schützt nun vor der Writterung.

Landjugend mehrfach vergoldet. Die Gruppen des Bezirks St. Pölten brillieren beim Projektmarathon. Wilhelmsburg, Ober-Grafendorf, Pyhra, Hofstetten-Grünau, Hafnerbach und Michelbach holen Gold. Silber gibt es für Stössing, St. Pölten, Karlstetten/Neidling.

Neues Heim für Feuerwehr. Die Feuerwehr bekommt ihr lang ersehntes neues Feuerwehrhaus. Im Mai ist Spatenstich für das neue Gebäude mit rund 1.000 Quadratmetern Nutzfläche.

Filmriss mit Folgen. Ein böses Erwachen gibt es für einige Kunden nach einem Freigetränk in einem St. Pöltner Bordell. Hohe gefälschte Rechnungen und kompromittierende Fotos als Druckmittel lassen viele zahlen, nachdem sie aus einem komatösen Zustand erwachen. Der Fall kommt im Sommer ins Rollen, weil die Lokalbetreiber selbst zu Polizei gehen und angeblich säumige Kunden anzeigen.

Spektakulär verläuft die Renovierung des Pyhringer Kirchturms. Mit einem Kran wird die Kuppel abgehoben und auf den Kirchplatz gestellt, von dort auch wird das Bauwerk erneuert. Nach wenigen Wochen hat die Kirche wieder ihre Spitze drauf.
Josef Bollwein

Erstes Auto der Stadt verkauft. Nach 120 Jahren fährt der Peugeot 26 Voiturette à trois noch immer, mit dem einst Hotelbesitzer Franz Pittner als erster durch St. Pölten kurvte. Nach einer abenteuerlichen Odyssee wechselt der Oldtimer bei einer Versteigerung im August um 143.000 Euro den Besitzer.

Verschönerungsverein hört auf. Mangelnder Nachwuchs und fehlende Anerkennung bewegen den Obmann Reinhard Füller Anfang des Jahres dazu, nach mehr als 45 Jahren den Verschönerungsverein Pottenbrunn aufzulösen. Stolz ist man auf fünf Landestitel für Pottenbrunn beim Bewerb „Blühendes Niederösterreich“.

Historische Funde. Auch nach Abschluss der Grabungen auf dem Domplatz fördern die Archäologen Erstaunliches in der Innenstadt zu Tage. In der Schneckgasse füllen die Funde aus Römerzeit und Mittelalter im Sommer bereits 150 Kartons. In der Baugrube für den „Raiffeisen Corner“ in der Daniel-Gran-Straße finden sie sogar ein Steinzeitmesser und Überreste eines Römer-Marktes. In der Kremser Gasse kommt ein weiterer Römerschatz mit Münzen zum Vorschein und auch zahlreiche neuzeitliche Apothekerflascherl. In der Fuhrmannsgasse entdecken die Archäologen ein römisches Stadthaus und auch Spuren einer Glasproduktion.

Museum steht bereit. Das um- und ausgebaute Diözesanmuseum steht als „MUSEUM AM DOM“ im Mai bereit mit neuem Zugang über den Domplatz. Wegen der Pandemie nimmt man sich aber Zeit für die ebenfalls geplante Neukonzeption und eröffnet erst 2021.

Voith-Platz abgerissen. Endgültig aus dem Stadtbild verschwindet im Oktober der legendäre Voith-Platz. Tribüne und Flutlicht fallen, um Platz zu machen für einen neuen Wohnbau, den die St. Pöltner Genossenschaft mit „viel Freizeitwert“ hier errichten will.

Vom Fußballplatz zum Park. Der seit einiger Zeit ungenutzte Sturm-19-Platz wird heuer zum Sturm-19-Park. Die Stadt will hier mit der Bevölkerung eine Grünanlage schaffen. Andere hätten sich hier weiter einen Fußballplatz gewünscht, es wird heftig diskutiert.

St. Pöltner mit Preisen überschüttet. Gleich in vier Kategorien räumt die Stadt St. Pölten beim NÖN-Leopold ab. INJÖST-Leiterin Martha Keil gewinnt in der Kategorie Wissenschaft, die Firma Klenk & Meder holt sich den Wirtschafts-Leopold, die Tourismusschule den Schulleopold und Gunnar Prokop siegt im Sport. Aber auch bei anderen Wettbewerben bestechen Persönlichkeiten und Institutionen aus Stadt und Bezirk. Das Landestheater holt zwei Nestroys. Mathias Spaan in der Kategorie „Bester Nachwuchs“ und Rikky Henry für die „Beste Bundesländer-Aufführung“. Ausgezeichnet wird auch Barbara Kapusta, sie erhält den Otto-Mauer-Preis für ihr gesamt künstlerisches Werk. Für ihre Forschungstätigkeit erhät die St. Pöltnerin Alina Meindl den Anerkennungspreis des Landes NÖ. Böheimkirchner Jonathan Zeilerbauer wird Niederösterreichs Zivildiener des Jahres.

Was passierte im Jahr 2020 noch in der Region St. Pölten:

Mehr über die Auswirkungen der Coronakrise auf die Region, die wichtigsten Bauprojekte, die nächsten Schritte am Weg zum Kulturhauptstadtjahr 2024, die dramatische Hochwassersituation im Sommer sowie einen Rückblick auf die Gemeinderatswahlen sowie auf die Kammerwahlen lest ihr in der Printausgabe der St. Pöltner NÖN und im ePaper vom 30. Dezember 2020. 

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