Jeder Zweite fällt durch. Vergangene Woche war der Prüfzug des Landes in Wilhelmsburg stationiert. Heuer wurden bereits 4.400 Fahrzeuge untersucht, 18 Prozent verlieren sogar Kennzeichen.

Von Thomas Werth. Erstellt am 27. Oktober 2014 (15:46)
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Die Sachverständigen des Landes kennen genau die Schwachstellen der Lkw und kontrollieren diese.

 „Bitte folgen“, signalisierten vergangenen Mittwoch Polizisten rund 30 Lkw-Fahrern auf der B 20 – denn der Lkw-Prüfzug war in der Industriezone Burgerfeld in Wilhelmsburg aufgestellt. Dort wurden der technische Zustand der Fahrzeuge (ähnlich der Pickerl-Überprüfung beim Pkw), die Beladung sowie die Einhaltung der Ruhezeiten kontrolliert. Rund 30 Minuten dauert die Kontrolle eines Lkw. „Die Disziplin der Unternehmen, ihre Lkw in gutem Zustand zu halten, wird besser“, resümiert Bezirkspolizeikommandant-Stellvertreter Mario Mossbeck.

40 Prozent aller LKWs als "nicht betriebssicher"

Dennoch belegen die Zahlen die Notwendigkeit des Prüfzugs. 40 Prozent aller heuer kontrollierten Lkw wurden als „nicht betriebssicher“ eingestuft und mussten in die Werkstatt. 18 Prozent der geprüften Lkw hatten sogar so schwere Mängel, dass ihnen die Kennzeichen noch vor Ort abgenommen werden mussten.

Die beiden Prüfzüge des Landes sind im Schnitt rund 40 Mal pro Monat in ganz Niederösterreich im Einsatz. Der jeweilige Ort wird in Zusammenarbeit mit der Landespolizeidirektion bestimmt. Im Bezirk St. Pölten ist neben Wilhelmsburg auch die St. Pöltner Straße in Herzogenburg ein beliebter Standort.

Probleme an Bremsen, Lenkung und Reifen 

Besonders häufig bekommen es die Sachverständigen mit Problemen an Bremsen, Lenkung und Reifen zu tun. „Es fehlte auch schon mal ein komplettes Rad“, schildert Reinhold Ruhrhofer. Die Mängel werden dabei stets mit einer Kamera festgehalten. „Wir müssen alles belegen können“, erklärt Ruhrhofer. Die Dokumentation gewinnt auch deshalb an Bedeutung, da immer mehr Firmen Einspruch gegen das Gutachten erheben. „Sie probieren es halt mittels Rechtsschutz-Versicherung oder firmeninterner Rechtsanwälte“, ärgert sich Ruhrhofer.