Tierrettung für wilde Greifvögel in St. Georgen. Die Zucht- und Auffangstation für verletzte oder verwaiste Tiere von Familie Steinbichl feiert heuer ihr 45-jähriges Bestehen.

Von Lukas Kalteis. Erstellt am 22. August 2020 (03:59)
Peter und Sylvia Steinbichl kümmern sich in ihrer Station um verletzteVögel. Bei einer Führung kann man Mönchsgeier und zahlreiche andereTiere aus nächster Nähe beobachten.
Lukas Kalteis

Peter Steinbichl war bereits in seiner Jugend fasziniert von Kleintieren und begann schon als Kind mit dem Taubenzüchten. Doch die Greifvögel haben es ihm besonders angetan. Ursprünglich wollte der Ochsenburger eine Falknerei betreiben, aber diese Art der Vogelhaltung hält er heute für Tierquälerei. Seit 45 Jahren kümmert sich der mittlerweile pensionierte Eisenbahner gemeinsam mit Tochter Sylvia um verletzte oder verwaiste Vögel in seiner Greifvogelstation. Die Tiere werden von Leuten aus dem gesamten Mostviertel zu ihm gebracht und dort bestmöglich versorgt und wieder aufgepäppelt.

„Die meisten Greifvögel bekommen wir im Frühjahr, wenn es Junge gibt, die aus den Nestern fallen, oder im Herbst, wenn sich die Zugvögel auf ihrer Reise verletzen. Die häufigsten Verletzungen sind Flügel- oder Fußbrüche, die meistens bei Kollisionen mit Autos oder Zäunen entstehen. Ungefähr die Hälfte der Tiere bekommen wir durch und können wir anschließend wieder in die Freiheit entlassen. Gesamt konnten wir so sicher schon fast 150 Vögel retten“, erklärt Peter Steinbichl.

Derzeit leben 64 Tiere in der Station. Darunter befinden sich Mönchsgeier, Uhus, Turmfalken, Kaiseradler, Eulen, Habichte und Bussarde, aber auch Hühner und Pfaue. Die meisten Tiere werden wieder entlassen, sobald sie gesund sind. Nur wenige Zuchtpärchen oder invalide Tiere bleiben dauerhaft in der Anlage. Peter Steinbichl arbeitete auch schon mit Tierschutzorganisationen wie dem WWF oder Vier Pfoten zusammen und half bei mehreren Zuchtprojekten mit.

Die Kosten für die Tierpflege werden zum Großteil durch Spenden und der Rest aus eigener Tasche finanziert. Immerhin gibt es in der Station sechs Gefriertruhen, die immer mit Fleisch gefüllt werden müssen, um die Tiere zu versorgen.

Die Greifvogelstation ist von Juli bis Dezember jederzeit und kostenlos nach Voranmeldung besuchbar. Spenden werden jedoch sehr gerne angenommen.