St. Pöltner NS-Opfer sind nicht vergessen: Gedenksteine gesetzt

Sieben neue Steine bewahren die Erinnerung an elf jüdische Mitbürger, die ermordet wurden.

Erstellt am 12. Oktober 2021 | 17:18
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Zugehört haben bei den Erzählungen von Injoest-Direktorin Martha Keil (links) über Schicksale der St. Pöltner Juden: Jakob Redl, Birgit Becker, Hans Morgenstern, Thomas Pulle, Mirsada Zupani, Florian Müller sowie zahlreiche andere Interessenten.
Foto: Ondrej Svatos

„Ich finde Ihre Arbeit großartig!“ oder „Danke, dass Sie der ehemaligen jüdischen Bewohner gedenken.“ Solche Anerkennung und Lob bekamen Vertreter des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs (Injoest) bei der Gedenkaktion „Steine der Erinnerung“ von vorbeigehenden Fußgängern.

„Es ist unmöglich, mit Worten zu erklären, wie bedeutungsvoll dies ist.“Martin Gewing, Urgroßneffe von Hermann Gewing, dem ein Stein in der Domgasse gewidmet wurde

Im Rahmen der Veranstaltung setzte das Institut in Kooperation mit der Stadt St. Pölten sieben neue Steine für elf Opfer der Shoa, die insgesamt an sechs Adressen in der St. Pöltner Innenstadt lebten. Somit konnten den ermordeten NS-Opfern zumindest ihre Namen zurückgegeben werden. Denn von vielen blieb nicht einmal ein Foto erhalten.

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Zudem berichtete bei der Steinsetzung Injoest-Direktorin Martha Keil über das Schicksal der ehemaligen Bewohner der Landeshauptstadt vor ihren Häusern. „Es ist unmöglich, mit Worten zu erklären, wie bedeutungsvoll dies ist“, sagt US-Amerikaner Martin Gewing, der Urgroßneffe von Hermann Gewing, dem heuer ein Stein in der Domgasse 7 gewidmet wurde.

Weitere Gedenksteine befinden sich in der Kremser Gasse 5 sowie 26, Lederergasse 8, Schulgasse 2 und in der Wiener Straße 42. Damit erinnern in der Landeshauptstadt insgesamt 39 Mahnmale an 79 Menschen.