St. Pöltens „Eierspeisburg“: Protest gegen Abriss . Plattform möchte Gründerzeit-Haus Kardinal-König-Platz bewahren. Für das Gebäude gibt es einen Abrissbescheid. Eigentümer: „Gegend wird von Neubau profitieren.“

Von Mario Kern und Beate Steiner. Erstellt am 26. September 2018 (05:26)
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Kardinal König Platz Gründerzeithaus
Die überparteiliche Plattform „Pro St. Pölten“ demonstrierte für den Erhalt der landläufig „Eierspeisburg“ oder „Wanzenburg“ genannten Arbeiterwohnhauses aus der Gründerzeit. 
Wolfgang Mayer

Gegen die „Abrisswut in einer möglichen Kulturhauptstadt“ demonstrierten Mitglieder der Bürgerplattform „Pro St. Pölten“ vor dem gelben Gebäude am Kardinal-König-Platz vis-a-vis der Hypo-NÖ-Zentrale. Sie wollen sich damit für den Erhalt und eine behutsame Modernisierung des Gebäudes einsetzen, das laut der vom Bundesdenkmalamt herausgegebenen „Österreichischen Kunsttopographie“ ein „wertvolles und in St. Pölten fast einzigartiges Beispiel für Arbeiterwohnhäuser der Gründerzeit ist“, wie Obmann Stefan Lenk erklärt.

„Wir protestieren aber auch, da gerade in den letzten Jahren einige für St. Pölten typische und daher schützenswerte Gebäude trotz Sanierungsmöglichkeit einem Abriss zum Opfer fielen.“ Für den Abbruch des nicht denkmalgeschützten Hauses gibt es aber bereits einen rechtskräftigen, vor der Bausperre ausgestellten Bescheid. Das neue Projekt für den Standort diene der Steigerung der Wohnqualität und auch der Verbesserung der Verkehrssituation, betont Rathaussprecher Martin Koutny, da die Eigentümer einen Teil des Grundstückes an die Stadt für die notwendige Verbreiterung der Rennbahnstraße abtreten.

Eigentümervertreter Michael Miksch ist überzeugt, dass „25 Jahre Leerstand in den Geschäftsflächen mehr als genug“ sind. Das umliegende Gebiet werde vom Nahversorger im künftigen Neubau und der Belebung der Wiener Straße profitieren. Das Projekt in Kombination mit der Sanierung der alten Geschäftsflächen werde architektonisch hochwertig sein. „Mit technischen Highlights, einem großen offenen Vorplatz und der Erweiterung des Grünraums im Dachgarten.“