Handgranaten im Wald gesprengt. Entminungsdienst musste ausrücken und Kriegsmunition direkt vor Ort sprengen, weil sie nicht transportsicher war.

Von Walter Nemec und Birgit Kindler. Erstellt am 09. April 2019 (04:49)
NOEN, Landespolizeidirektion Burgenland
Symbolbild

Ein ohrenbetäubender Knall war am 30. März am Nachmittag aus einem Waldstück zwischen Karlstetten und Obermamau zu hören. Wie jetzt bekannt wurde, waren dort zwei Handgranaten noch direkt vor Ort gesprengt worden.

„Eine Person hatte die Kriegsrelikte entdeckt und Alarm geschlagen“, weiß ein Polizist zu berichten. Der daraufhin verständigte Entminungsdienst entschärfte die Handgranaten noch vor Ort, weil die Waffen nicht mehr transportsicher waren. „Unsachgemäße Handhabung hätte eine Explosion auslösen können“, weiß man beim Entminungsdienst. Bei Handgranaten, die bereits seit längerem liegen, sind die Sicherheitseinrichtungen meist nicht mehr in Takt.

Dass Kriegsdelikte gleich direkt vor Ort gesprengt werden, ist allerdings ungewöhnlich. Meist erfolgt nach der Gefahreneinstufung der Munition ein Abtransport in einer geeigneten Box. Danach werden die Waffen auf militärischem Gelände unschädlich gemacht. Im vergangenen Jahr wurden in Niederösterreich bei 482 Einsätzen 11,5 Tonnen Kriegsmaterial beseitigt. Auf Sprengplätzen des Bundesheeres in Großmittel und Allentsteig wurden rund 38 Tonnen Kriegsmaterial vernichtet. Ganze 52 Mal wurde Munition direkt vor Ort gesprengt, dabei wurde eine knappe Tonne unschädlich gemacht.

Auch im Gemeindegebiet von Karlstetten war es nicht der erste Fund von Kriegswaffen.