Suche nach zwei neuen Kinderärzten in St. Pölten. FPÖ und NEOS fordern mehr Engagement der SPÖ. Stadler verweist auf Projektgruppe. ÖGK sieht Problem bei Ausbildung.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 16. September 2020 (04:15)
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Drei Kassenstellen für Kinderärzte hat die Landeshauptstadt eigentlich. Nur noch eine davon ist besetzt, nach zwei Ärzten wird fieberhaft gesucht. FPÖ und NEOS fordern nun von der SPÖ Maßnahmen der Stadt, um die Suche der Gesundheitskasse (ÖGK) zu unterstützen. Von der Stadt-ÖVP erwarten sie Engagement im Bund.

„Die Diskussion ist sehr zynisch, zumal es sich grundsätzlich beim Ärztemangel nicht um ein St. Pöltner Phänomen handelt“, kontert SP-Vizebürgermeister Harald Ludwig. Bürgermeister Stadler verspricht: „Wir werden künftig noch intensiver für mehr Kinderärzte kämpfen.“ Er verweist aber auch auf eine bereits gegründete Projektgruppe und nimmt Gesundheitskasse (ÖGK) und Ärztekammer in die Pflicht. „Es müssen endlich die Tarife entsprechend angepasst und mehr Ausbildungsstellen für Kinderärzte gewährleistet werden.“

ÖGK-Sprecherin Barbara Mann bestätigt das Problem, dass in der Vergangenheit zu wenige Kinderärzte ausgebildet wurden: „Die Universitäten sind hier dringend gefordert.“ Das kann man im Universitätsklinikum St. Pölten, Ausbildungsstätte der Karl-Landsteiner-Uni in Krems, nicht nachvollziehen. An der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde würden laufend Kinderärzte ausgebildet und es sei kein Rückgang zu verzeichnen. „Im Gegenteil – das Interesse ist groß.“

Die ÖGK hat bereits neue Anreize für Kinderärzte geschaffen, betont Barbara Mann zudem, etwa Gruppenpraxen und die Anhebung der Honorare. Zusätzlich will die ÖGK selbst neue Wege bei der Ausbildung gehen. Lehrpraxen für Kinderärzte werden künftig forciert.

Nicht verstehen kann ÖVP-Vizebürgermeister Matthias Adl die Kritik der FPÖ. Im Gemeinderat habe man sich auf eine Arbeitsgruppe geeinigt. „Meines Wissens nach hat die FPÖ geschwänzt“, so Adl.