Kika/Leiner dementiert massiven Jobabbau. Wien/St. Pölten / In einem Brief an alle Kika/Leiner-Beschäftigten haben das Management sowie der Zentralbetriebsrat der Möbelkette zu den seit zehn Tagen kursierenden Gerüchten Stellung genommen.

Erstellt am 21. Februar 2014 (19:11)
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NOEN, HELMUT FOHRINGER (APA)
In dem Schreiben, das der APA vorliegt, werden Filialschließungen sowie ein massiver Jobabbau "vehement zurückgewiesen".

"Respektvoller, fairer Umgang mit Mitarbeitern"

"Natürlich hat es, wie im Geschäftsverlauf und branchenüblich, an einigen Standorten Veränderungen im Personalstand gegeben, aber bei weitem nicht in dem kolportierten Ausmaß", heißt es. Man sei im "besten Einvernehmen" mit dem Betriebsrat und stehe auch weiterhin zu einem "respektvollen, fairen Umgang mit unseren Mitarbeitern".

In welchem Ausmaß ein bisheriger Personalabbau stattfand, geht aus dem Schreiben nicht hervor. In der Branche wurde zuletzt von einem Jobabbau von bis zu 10 Prozent der Beschäftigten, also von rund 750 Personen, ausgegangen.

Unternehmen wolle ältere Beschäftigte "hinausdrängen"

Bei der Gewerkschaft hatten sich Anfragen und Reaktionen gehäuft, wonach das Unternehmen insbesondere ältere Beschäftigte "hinausdrängen" wolle. "Die Aussage des Unternehmens, dass alles im Einvernehmen mit den Beschäftigten geschieht, stimmt nicht", hatte Barbara Teiber von der Wiener GPA-djp vor einer Woche gesagt.

Die vormals von der Familie Koch geführten Möbelketten Kika und Leiner gehören seit vergangenem Jahr dem börsenotierten Mischkonzern Steinhoff. Das Unternehmen hat sich bis dato nicht zu den aktuellen Ereignissen geäußert. "Zu unserer Unternehmensphilosophie gehört, dass wir Medienberichte nicht kommentieren", hat es stets geheißen.

Erhöhung des Werbeaufwands

In dem Schreiben ist nun davon die Rede, die Verkaufsflächen in Österreich ausbauen zu wollen - allerdings nicht davon, ob bei Leiner oder Kika. Leiner steht deutlich besser da als Kika. Die bisher kolportierte Schließung von zwei bis drei Filialen bezog sich auf Kika.

Um künftig wieder mehr Kunden in die Möbelhäuser zu bringen, sei der Werbeaufwand deutlich erhöht worden: "Wir haben bereits jetzt die Werbebudgets erhöht und investieren noch mehr in die Werbung als im Vorjahr."

Erweiterung des Produktsortiments

Das Sortiment werde um "neue Sortimentskategorien" erweitert, heißt es, ohne Details zu nennen. Eigentümer Steinhoff dürfte auf eigene Lieferanten zurückgreifen und deren Produkte bei Kika und Leiner eingliedern.

Aus dem Brief geht hervor, dass sich die Geschäftsführung von Kika/Leiner nunmehr aus dem ehemaligen Lutz-Manager Hermann Wieser, Peter Kickinger und Gerrit Venter, der vom Eigentümer Steinhoff kommt, zusammensetzt. Der frühere Unternehmenschef und Eigentümervertreter Peter Koch ist nicht mehr Teil des Managements. Unterzeichnet wurde das Schreiben auch von der Kika-Zentralbetriebsrats-Vorsitzenden Sonja Karner sowie ihrem Pendant auf der Leiner-Seite, Karl Vogl.