Wohnprojekt sorgt in St. Georgen für Unmut. Anrainer stört Dimension des geplanten Projektes. Stadt: „Ist bewilligungsfähig.“

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 22. Januar 2021 (04:04)
Auf diesem Grundstück in St. Georgen werden zwei Wohnhäuser mit je zehn Wohnungen entstehen.
Straubinger

Zwei Wohnhäuser mit je zehn Wohneinheiten errichtet die Firma Landzinshaus in St. Georgen. Sorgen bereitet das den unmittelbaren Nachbarn. „Zu groß dimensioniert“ finden sie das Wohnbauprojekt. „Etwas kleiner wäre uns lieber“, betont Alessandro Guzzone, der seit Juli in St. Georgen wohnt. Direkt neben seinem Garten soll der der acht Meter hohe Schornstein der Wohnanlage emporragen. „In der unmittelbaren Umgebung sind nur Einfamilienhäuser. Die Dichte an Wohneinheiten entspräche dem Sechsfachen der Nachbarschaft. Das ist nicht ortsüblich. Wir fürchten, es wird zu einem Präzedenzfall, sodass ähnliche Projekte in Zukunft bewilligt werden könnten“, begründet Guzzone.

Seine Einwände, untermauert mit Rechtsanwalt und Bausachverständigem, hat er bei der Stadt deponiert. Dort heißt es: „Das Bauvorhaben entspricht dem Bebauungsplan und der NÖ Bauordnung, erscheint daher bewilligungsfähig.“ Der Anrainer sei im steten Gedankenaustausch mit der Baupolizei, die Einwendungen würden penibel abgearbeitet. Ein Ergebnis hat auch eine Information an den Gestaltungsbeirat bisher nicht gebracht, sagt Guzzone. „Ich habe gar keine Antwort erhalten.“ Alle Nachbarn des Wohnprojektes haben sich zusammengetan und eine Unterschriftenliste erstellt. „Wir hätten uns gewünscht, dass der Bürgermeister eine vermittelnde Rolle einnimmt“, so Guzzone.

„Wir nutzen die Bebauungsgrenzen nicht aus und verzichten auf vermietbare Flächen zugunsten der Wohnqualität.“ Dominik Paul, Geschäftsführer Landzinshaus

Schon seit 2019 ist die Firma Landzinshaus im Besitz des Grundstückes in St. Georgen. „Wir nehmen die Anregungen aus der Nachbarschaft sehr ernst“, betont Geschäftsführer Dominik Paul, der bereits in Kontakt mit Guzzone stand. Nachvollziehen kann er die Kritik an der Dimension nicht. „Wir nutzen die Bebauungsgrenzen nicht aus und verzichten auf vermietbare Flächen zugunsten der Wohnqualität.“ In der Nachbarschaft fänden sich Projekte mit dichterer Bebauung. Auch die Sorge wegen des Kamins an der Grundstücksgrenze entkräftet Paul: „Es handelt sich um ein dünnes Stahlrohr, es gibt dadurch keine optische Beeinträchtigung.“ Durch die vorgeschriebene Höhe werde die Umgebung vor den Emissionen geschützt.