Sieben Millionen Stück Hostien aus Maria Jeutendorf. Die Karmelitinnen in Pottenbrunn finanzieren ihr Leben mit Hostien. Künftig rechnen sie mit sieben Millionen Stück pro Jahr, da jetzt noch die Produktion der Hostienbäckerei der Steyler Missionare dazukommt.

Von Caroline Böhm. Erstellt am 27. November 2020 (03:42)
Die Schwestern Erika, Monika, Johanna, Christa und Elija (v. l.) vor der Stanzmaschine.
Marlene Greifeneder

Die Temperatur von Luft und Wasser, Luftfeuchtigkeit oder Teigmenge – das Gelingen von Hostien hängt laut Schwester Elija von vielen Faktoren ab. Seit 27 Jahren ist sie Nonne und Hostienbäckerin in Maria Jeutendorf. „Es ist schon eine kleine Kunst“, erklärt sie. Um Sprünge und Wasserflecken zu vermeiden, sei gutes Weizenmehl besonders wichtig.

Morgens um vier beginnen die Schwestern in der Backstube. Nach zweistündigem Putzen endet ein Backtag um 18 Uhr. Auf das Backen folgen Stanzen, Verpacken und Versand. Für ihr Leben sei diese Arbeit ideal: „Wir brauchen nicht rausgehen und können unsere Tagesordnung einhalten.“ Täglich verbringen sie sechs Stunden im Gebet.

Insgesamt produzieren die Schwestern rund drei Millionen Hostien jährlich. Künftig könnte sich diese Zahl mindestens verdoppeln: Die Hostienbäckerei in Mödling muss schließen, sie wollen deren Aufträge übernehmen. „Wir brauchen immer wieder neue Kunden“, berichtet Schwester Elija.

Denn mit den Hostien bestreiten sie ihren Lebensunterhalt, weltliche Ausgaben wie Versicherungen, Heizkosten oder Strom. Allerdings sinke, nicht nur wegen Corona, die Nachfrage. Immer wieder höre sie von Pfarrgemeinden, die ihre Hostien bei Firmen im Ausland kaufen. Sie appelliert, stattdessen bei Klöstern zu bestellen und auf diesem Weg deren Existenzgrundlage zu sichern. Außerdem sei es etwas anderes, wenn die Bäckerinnen ihr Leben an ihrem Glauben orientieren, statt nach Gewinn zu streben.