„Komm her, du kleiner Schlumpf!“. Schläge setzte es für einen 14-Jährigen beim Bahnhof. „Aus Angst“ wehrte er sich und verletzte seinen Kontrahenten.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 29. September 2014 (08:15)
NOEN, Erwin Wodicka
Zum Zug wollte ein Schüler aus St. Pölten, beim Bahnhof kam es dann zu einem handfesten Disput mit einem 17-Jährigen. Schwere Körperverletzung wird nun dem Schüler vorgeworfen. Zu den Anschuldigungen ist der 14-Jährige geständig. „Er hat mich beschimpft und nicht damit aufgehört. Ich hab’ ihn gefragt, warum er das mache. ,Komm her, du kleiner Schlumpf!‘, hat er darauf gesagt, mich gegen die Wand gedrückt, am Kragen genommen und mich ins Gesicht geschlagen.

Aus Angst habe ich zurückgeschlagen, er ist umgefallen und lag am Boden. Es ist alles so schnell passiert, ich hab’ hingetreten. Ein Freund hat mich dann zurückgezogen, ich hätt’ aber sicher nichts mehr gemacht“, beteuert der Angeklagte im Prozess am Landesgericht St. Pölten, nichts Böses im Sinn gehabt zu haben. Bei der Auseinandersetzung brach sich der 17-Jährige das Handgelenk, im Prozess gesteht er, provoziert zu haben.

„Kannten Sie das Opfer davor?“, fragt Richter Markus Grünberger den 14-Jährigen. Der verneint. „Mir ist es nämlich nicht unbekannt!“, setzt der Richter fort. Der 14-Jährige kommt mit einem blauen Auge davon. „Ich gehe von Mitverschulden des Opfers aus und daher von nicht schwerer Schuld des Angeklagten“, sagt Grünberger und bietet Diversion an. 60 Stunden gemeinnützige Arbeit muss der Teenie leisten, dann kann das Verfahren gegen ihn eingestellt werden. Rechtskräftig.