Kein Platz für kaltes Kalkül. Thomas Werth über die Instrumentalisierung von Obdachlosen.

Von Thomas Werth. Erstellt am 08. Januar 2019 (03:10)

Während wir ein wärmendes Getränk genießen und einfach die Heizung ein bisschen höher drehen, leben in St. Pölten Menschen, für die es in diesen Wochen nur ein Ziel gibt: Nicht zu erfrieren. Die temporären Notschlafstellen in der Stadt sind für sie oft die letzte Rettung. 8.000 Nächtigungen gab es im Vorjahr in solchen Einrichtungen. Die 30 Betten sind seit Wochen ausgelastet.

Eine politische Diskussion, ob die Zahl der Notschlafstellen und der Betten ausreicht, ist natürlich legitim. Auch über den Vorschlag der FP, den Wirtschaftshof vorübergehend für Obdachlose zur Verfügung zu stellen, kann man diskutieren. Was allerdings in der Debatte keinen Platz hat, ist es, Obdachlose gegen Asylwerber auszuspielen. Doch genau das tun die Freiheitlichen, stellen provokant die Frage, wer von ihnen mehr wert sei.

So bleibt der Eindruck, dass es der FP weniger um die Obdachlosen geht, sondern nur darum, politisches Kleingeld daraus zu schlagen.