Bettelverbot löst kein Problem. Daniel Lohninger über eine Gesetzesänderung, die in St. Pölten nichts ändert.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 20. September 2016 (05:32)

In St. Pölten darf auch in Zukunft gebettelt werden. Darauf legt sich Stadtchef Matthias Stadler vor der Gesetzesänderung, die Gemeinden sektorale Bettelverbote ermöglicht, fest.

In Zeiten, in denen Bettler pauschal als kriminell verunglimpft werden, ist es eine gute Nachricht, dass man in der Landeshauptstadt nicht in die Populismusfalle tappt. Dadurch wird man zwar auch in Zukunft in der schmucken Kremser Gasse oder am belebten Herrenplatz mit Bettlern leben müssen, zugleich hat man aber die Gewissheit, dass das Bettel-Problem eingegrenzt bleibt.

Die Sache selbst ist ohnehin nicht dafür geeignet, aus ihr politisches Kapital zu schlagen. Niemand bettelt freiwillig – und manche Menschen würden ohne Almosen nicht überleben. Dass es kriminelle Banden gibt, die aus dem Mitleid ihrer Mitmenschen dreist Kapital schlagen, ist eine Gemeinheit. Diesen das Handwerk legen kann aber auch in Zukunft nur die Polizei. Und deren Arbeit würde durch ein sektorales Bettelverbot eher
erschwert, weil es die Bettel-kriminalität auf das ganze Stadtgebiet verteilt.