Mehr Kontrollen für Gerechtigkeit. Über das Schwarzfahrer-Dilemma im Stadtbus.

Von Thomas Werth. Erstellt am 18. Juni 2019 (03:49)

„Darf ich bitte die Fahrkarten sehen?“ Diese höfliche Frage des Lup-Chauffeurs löste zumindest beim NÖN-Lokalaugenschein keine Reaktionen bei den Fahrgästen aus – auch nicht bei jenen, die kein Ticket hatten.

Sie erweckten eher den Eindruck, als würden sie es darauf anlegen, beim Schwarzfahren erwischt zu werden. Warum auch nicht, möchte man meinen. Sie mussten ja lediglich den regulären Ticketpreis nachbezahlen. Die über 100 Euro teure Strafe heben meist nur die offiziellen Kontrolleure ein.

Ein verpflichtender Fahrkarten-Check ist beim Stadtbus nämlich nicht vorgesehen und wäre bei vollen Bussen alleine aus Zeitgründen nur schwer machbar. Dass dadurch der Stadt aber Geld entgeht, liegt auf der Hand. Rechnet man die Beobachtungen einiger Busfahrer in Ticketgeld um, sind das im Jahr mehrere 100.000 Euro.

Stärkere Kontrollen brächten nicht nur mehr Geld für die Finanzierung der Öffis, sie wären auch für jene gerechter, die ständig ihren Beitrag dazu leisten.