Die dünne Luft in der Blase. Über die Kluft zwischen Breiten- und Spitzensport.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 24. Februar 2021 (00:57)

Die „Corona-Bubble“ ist in aller Mund. Ob bei den Australian Open, bei der Ski-Weltmeisterschaft oder eben der heimischen Fußball-Bundesliga: Die Profis haben es sich in der abgeschotteten Spitzensportwelt so gut es geht eingerichtet. Tests und möglichst viel Distanz zur Umwelt sind nicht nur beim SKN St. Pölten zum Pandemie-Alltag geworden. The Show must go on. Zumindest in der Blase. Die große Gefahr dabei: Spitzen- und Breitensport driften aufgrund der Pandemie noch weiter auseinander, könnten sich vollends „entkoppeln“.

Klar: Dass Beruf und Hobby unterschiedlich behandelt werden, liegt auf der Hand. Warum aber Freiluftsport und etwa Essen in geschlossenen Räumen gleich „gefährlich“ sind und sich demnach Sport, Kultur und Gastro in einer Reihe weit hinten anstellen müssen – das ist weit weniger logisch. Just jenen Bereichen hat man im Herbst umfangreiche Präventionskonzept abverlangt, die nun seit geraumer Zeit in der Schublade verstauben.

Das Signal, „Bewegung ist nur für Profis da“, ist jedenfalls ein fatales. Für junge Sportler und für altgediente Funktionäre. Bald könnte die Luft in der Blase dünn werden.