Die Katze und ihr Schwanz. Über den St. Pöltner Transferzwang.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 03. Dezember 2019 (01:54)

Fast 900.000 Euro an „negativem Eigenkapital“ weisen die Unterlagen aus, die der SKN St. Pölten der heimischen Bundesliga vorgelegt hat. Kein Drama, zumal die Wölfe im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht positiv abgeschlossen haben. Aber ein Rucksack, der die Entwicklung hemmt. Große Sprünge – und zuvor ein Abbau der „Miesen“ – sind für den SKN nur dann drinnen, wenn Spieler verkauft werden.

Das hat General Manager Andreas Blumauer im NÖN-Gespräch bestätigt. Eher früher als später muss gelingen, was seit dem Bundesliga-Aufstieg propagiert wurde. Nämlich den SKN als Ausbildungsklub zu positionieren, junge Spieler zu holen und dann – mit Gewinn – zu „verkaufen“. Hehre Ziele, die mit der Realität in Konflikt geraten. Für Fountas & Co. sah man keinen Cent. Sie gingen ablösefrei. Von Transfererlösen, wie sie die Admira mit Kalajdzic & Co. lukrieren konnte, ist man beim SKN weit entfernt.

Den Ruf als Talenteschmiede muss man sich über Jahre erarbeiten. Ohne eigene Akademie wird der Job noch härter.

Der SKN erspart sich zwar einen siebenstelligen Betrag für den Betrieb einer AKA, verliert aber den Zugriff auf die besten Talente. Die Katze beißt sich in den Schwanz. Und das Minus bleibt weiter ein Bremsklotz.