Eine Diät für den Fußball. Über die Gedankenspiele in Wilhelmsburg.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 03. Juni 2020 (01:52)

Wer nicht gerade Milliarden mit einem Online-Versandhaus scheffelt, gerät in diesen Tagen wohl ins Grübeln. Beim Blick ins Börs‘l, in die Geschäftsbücher und in die Zukunft. Dem Fußball geht‘s da nicht anders. Nicht allein wegen der (noch) offenen Perspektiven für den Amateurbetrieb, sondern auch wegen wirtschaftlicher Probleme bei Sponsoren, die auf die Klubs durchschlagen können. Der ASK Wilhelmsburg überlegt jetzt den Rückzug aus der Gebietsliga in die 2. Klasse. Weitere Vereine werden folgen.

Der Fußball wird den Gürtel enger schnallen müssen, dafür muss man kein Prophet sein. Die Wilhelmsburger Gedankenspiele über einen „Neustart“ in der 2. Klasse passen da gut ins Bild. Will man (fast) ausschließlich mit Einheimischen spielen, steht man in der Gebietsliga auf verlorenem Posten. In der 2. Klasse stehen die Chancen um einiges besser, mit Lokalkolorit wieder mehr Menschen aus der Stadt auf den Sportplatz zu bringen. So sehr‘s in der Kickerseele wehtut – schließlich will jeder Sportler möglichst weit „oben“ aktiv sein: Die Diät kann dazu beitragen, dass der Fußball gesünder aus der Krise kommt als er hineingegangen ist. Schneller, besser, teurer – das geht vielleicht in der Premier League, auf der Dauer aber wohl nicht im NÖ-Unterhaus.

Je mehr Funktionäre darüber nachdenken, desto besser.