Im Cup nichts zu verlieren. Über das St. Pöltner Duell mit Salzburg.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 14. Oktober 2020 (01:14)

Wollen Sie vielleicht den SKN St. Pölten kaufen? Dann müssten Sie „nur“ knappe zehn Millionen auf der hohen Kante haben. Jedenfalls, wenn‘s nach dem Marktwert des Kaders geht. Um das spielende Personal der Salzburger Red-Bull-Filiale zu verpflichten, müsste schon fast das 15-fache über den Tisch wandern. Allein diese Zahlen zeigen: Beim Cup-Duell am Samstag haben die St. Pöltner Kicker nichts zu verlieren.

Die Bullen spielen in Österreich in ihrer eigenen Liga. Das musste auch der SKN in den bisherigen Begegnungen neidlos anerkennen. Die Chancen auf eine Überraschung waren allerdings schon mal schlechter. Unter Robert Ibertsberger ist der SKN stabiler geworden, durch den Israeli Dor Hugi im Offensivbereich schwerer ausrechenbar als noch vor einem halben Jahr. Mit dem Iraner Reza Asadi hat man ein Ass im Ärmel, das in Österreich noch keiner einschätzen kann. Und Salzburg könnte durch den Quarantäne-Aufreger nach dem Europa-League-Match gegen Maccabi Tel-Aviv etwas außer Tritt geraten sein.

An den Kräfteverhältnissen an sich ändert sich klarerweise nichts. Aber selten zuvor war den Wölfen eine Überraschung eher zuzutrauen als am Samstag. Wer nichts zu verlieren hat, ist bisweilen doppelt so gefährlich …