Keine Zeit für Sentimentalität. Über das Aus für ein Urgestein beim SKN.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 15. Juli 2020 (02:26)

Michael Ambichl und der SKN: Das gehörte einfach zusammen. Über Jahre, über eineinhalb Jahrzehnte. 2005 wechselte Ambichl vom Nachwuchs des SC Pyhra zu den Wölfen. Nun muss sich das Urgestein neu orientieren. Für Sentimentalitäten ist beim Umbau der Bundesligatruppe offenbar kein Platz.

Als „g‘rader Michl“ und stets verlässliche Größe im Mittelfeld genoss Ambichl bei den Fans ein hohes Standing. Dass er nun aussortiert wurde, ist ein klares Signal. Nämlich dass es Neo-Sportchef Georg Zellhofer und Trainer Robert Ibertsberger ernst ist mit dem Umbruch. Der SKN wird nach zehn Abgängen im Sommer ein neues Gesicht bekommen. Unpopuläre Entscheidungen inkludiert.

Mit Zellhofer holte man sich einen unbestrittenen Fachmann, der den Kader ohne Scheuklappen analysiert haben wird. Zellhofer hat das getan, wofür er gekommen ist.

Wenn man sich nun von soliden Kräften wie Ambichl und Hofbauer trennt, suggeriert dies, dass der SKN stärkere Alternativen in der Hinterhand hat. Es legt aber auch die Latte höher für die Verstärkungen, die kommen werden, kommen müssen, wenn man kommende Saison an der Meistergruppe „schnuppern“ möchte. An der Qualität der Neuzugänge muss sich die sportliche Führung des SKN messen lassen.