„Kommerz“ contra Tradition. Wolfgang Wallner über die Aufregung um‘s neue SKN-Logo.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 15. Januar 2019 (03:33)

Wie viel Kommerz verträgt der Fußball? An dieser Frage entzünden sich gerade in der organisierten Fanszene immer wieder heiße Diskussionen. Klar, dass das Namenssponsoring samt Aufnahme von „Spusu“ ins SKN-Logo die Hardcore-Anhänger nicht kalt lässt. Fußball emotionalisiert nun mal. Aber: Fußball ist auch knallhartes Business, für den romantischen Blick in die Vergangenheit ist kein Platz mehr. Das mag vielen nicht schmecken, ist aber nunmal die Realität im Profigeschäft.

Wollen die Wölfe im Konzert der Großen „mitheulen“, müssen sie auch in Sachen Marketing mithalten. Oder noch mehr wagen, um einen Klub mit vergleichsweise kurzer Tradition zu etablieren. Und: Dass sich eine Firma im Klubnamen wiederfindet, ist ja keine Novität in der St. Pöltner Fußballhistorie. Das war schon in den 90er-Jahren nicht anders. Insofern erinnert die Diskussion an einen Sturm im Wasserglas.

Wer heute Tradition und Kommerz als zwei gleichwertige Wege sieht, die jedem Klub freistehen, lebt in der Vergangenheit. Mitschwimmen oder untergehen, lautet die Realität. Und jene, die jetzt Sturm laufen gegen die Logo-Änderungen hätten wohl genauso gehandelt, wenn sie selbst in den Schuhen der St. Pöltner SKN-Funktionäre stecken würden.