Mal wieder ein Eigentor. Über die verunglückte Trainerdebatte in St. Pölten.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 26. März 2019 (02:56)

Ein Lehrstück in Sachen Außendarstellung hat Bundesligist SKN St. Pölten in den letzten Tagen geliefert. Die Führungsriege der Wölfe hat gezeigt, wie‘s nicht geht. Wie man die (selbst angefachte) Trainerdebatte geführt hat, fällt unter die Rubrik Eigentor. Bitter angesichts des Rückenwinds, den man nach der bislang erfolgreichsten Saison eigentlich verspüren sollte.

Ranko Popovic und seine Jungs sind zerschellt an der Erwartungshaltung, die der formidable Start unter Didi Kühbauer aufgebaut hat. „Popo“ konnte unter diesen Vorgaben praktisch nur verlieren, fixierte aber immerhin das Minimalziel Meistergruppe. Ein Punkt aus den zurückliegenden fünf Bundesliga-Partien reichte dafür.

Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere: General Manager und Präsident fühlten sich bemüßigt, den Übungsleiter öffentlich anzuzählen. Offenbar ohne einen Plan B in der Tasche. Via Aussendung stellte man sich – gefühlt ein wenig lustlos – hinter Popovic. Eine Präsentation der Ziele für‘s Frühjahr, bei der der viel gescholtene Trainer auch seine Sicht der Dinge darstellen kann, sparte sich der Bundesligist. Damit bleiben die Zweifel hängen, die kolportierten Gespräche mit Alternativkandidaten. Popovic zu halten und gleichzeitig zu beschädigen: Das ist schon ein Kunststück.