Tradition mit Ablaufdatum. Wolfgang Wallner über die Krise bei Sturm 19.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 18. Mai 2015 (08:38)

Für Generationen von St. Pöltner Fußballfreunden gehörte Sturm 19 einfach zum Inventar. Über Jahre hinweg mischte der Traditionsklub auch in der "Bel Etage" des NÖ-Fußballs mit. Glanzzeiten, die längst verblasst sind. Heute steht das „Aus“ für Sturm 19 im Raum. Der Abstieg in die Zweitklassigkeit ist fast schon bittere Realität. Selbst Tradition hat ein Ablaufdatum.

Vom großen Namen allein kann kein Klub leben. Auch nicht von großen Namen im Umfeld. Dass sich Ex-Teamspieler Volkan Kahraman bei Sturm 19 engagiert, dass mit Murat Cetinkaya ein Ex-Profi stürmt, ist gut und schön. Gebracht hat‘s den St. Pöltner nichts. Im Winter war man mit einem Punkt abgeschlagenes Schlusslicht. Eine Situation, an der sich auch durch die Zugänge nichts geändert hat. Absteigen geht auch billiger, könnten Zyniker anmerken. Wäre da nicht der Strohhalm, mit einem Sieg gegen Kirchberg doch noch die Wende zu schaffen! Gelingt das nicht, will man den Spielbetrieb ruhend stellen. Auch, weil der Biss bei den Kickern fehlt.

Ein riskantes Manöver: Gerade die U16 wird ohne Kampfmannschaft als Motivation im eigenen Klub schwer zu halten sein. Und auch nicht ganz verständlich: Gerade in der 2. Klasse könnte Sturm 19 ohne Druck auf die Eigengewächse setzen.