Weitergehen und Daumen drücken. Über gefährliche Neugier bei Notfällen.

Von Thomas Werth. Erstellt am 21. Mai 2019 (03:10)

Mitten in einer Bankfiliale sackt ein Mann zu Boden, greift sich an die Brust. Während die Mitarbeiter rasch reagieren und sofort mit lebensrettenden Maßnahmen beginnen, wächst die Traube an Menschen, die sich das „Spektakel“ aus nächster Nähe ansehen möchten. Schlussendlich muss die Polizei eingreifen, damit der Rettungseinsatz nicht gefährdet ist.

So passiert in der Vorwoche in der Domgasse – und das ist bei weitem kein Einzelfall. Einsatzkräfte kämpfen schon länger mit Gaffern. Was mit Appellen an Vernunft und Anstand nicht funktionierte, regelt jetzt eine Gesetzesnovelle. Wer trotz Anweisung der Polizei zum Weitergehen mit seinem Handy Fotos macht oder den Einsatz behindert, riskiert neben einer Geldstrafe sogar, kurzfristig festgenommen zu werden.

Eigentlich sollte diese Androhung gar nicht nötig sein. Trotz aller Neugier: Es geht um Menschenleben. Und da sollte man lieber im Weitergehen die Daumen drücken als den Auslöser der Handykamera.