FP-Gemeinderat als Hass-Poster: Rücktritt eingereicht. Suspendierter HTL-Lehrer sitzt in Neidling für die FP im Gemeinderat. Seine Postings dürften nun neben beruflichen auch Folgen für seinen politischen Job haben.

Von Beate Steiner und Birgit Kindler. Update am 21. Dezember 2016 (16:58)
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Zwei der zahllosen Postings, die der Pädagoge auf seinem Facebook-Profil veröffentlichte.
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Die Vorfälle rund um Albert Mosgöller, den vom Dienst suspendierten HTL-Lehrer, haben auch eine politische Dimension. Mosgöller hat - wie am Mittwoch bekannt wurde - seinen Rücktritt als FP-Gemeinderat in Neidling bei VP-Bürgermeister Karl Schrattenholzer eingereicht.

Wie die NÖN berichtete, hatte der Pädagoge, dem wegen vermuteter Verfehlungen bei der Matura ein Disziplinarverfahren droht, auf Facebook sein Weltbild mit Ausfälligem gegenüber Minderheiten und politischer Propaganda präsentiert. Von „grünen Kinderfickern“ war da zu lesen oder von „Türkenbelagerung 2016 in Wien“. Es fanden sich auch zahlreiche Links zu Webstories mit Verschwörungstheorien.

Albert Mosgöller, dessen Profil mittlerweile aus dem sozialen Netzwerk verschwunden ist, hatte sich damit gerechtfertigt, dass seine Hass-Postings nichts mit seinem beruflichen Umfeld zu tun hätten. Grundlage für seine beleidigenden Sprüche gegen Grüne und Andersgläubige seien seine katholischen Wurzeln und seine patriotischen Lebensprinzipien.

Diese sind nun offensichtlich auch den Parteikollegen des FP-Gemeinderats zu viel. „Der Fall wird Konsequenzen haben“, hatte FP-Bezirkspartei-Obmann Erich Königsberger bereits angekündigt.

Polit-Kollegen zeigen sich distanziert

Neidlinger Gemeinderäte äußern sich verhalten zu den Vorwürfen und Aktivitäten des ehemaligen VP- und jetzigen FP-Mannes. Partei-Kollege Josef Hössinger gibt sich nicht ausreichend informiert: „Ich kann dazu keine Auskunft geben, da ich darüber nichts weiß. Ich muss mir die Sache erst anschauen.“

Bürgermeister Schrattenholzer betont, dass er keinen Einfluss auf Gemeinderatskollegen aus anderen Fraktionen habe: „Als Bürgermeister kann ich keine Maßnahmen setzen."

Zu Mosgöllers eingereichtem Rücktritt meint er: „Er hat jetzt aber acht Tage Zeit, es sich nochmal zu überlegen.“

Und für SP-Fraktionsvorsitzende und geschäftsführende Gemeinderätin Maria Hromecek hat der studierte Historiker mit seinen Äußerungen die Toleranzgrenze überschritten: „Das ist nicht zu entschuldigen — bei uns hätte der Mann keinen Platz.“

Ob es schon einen Nachfolger gibt, lesen Sie in der kommenden Ausgabe der St. Pöltner NÖN.