Hass-Postings eines suspendierten Lehrers. HTL-Professor präsentierte auf Facebook sein Weltbild mit Ausfälligem gegenüber Minderheiten und politischer Propaganda.

Von Beate Steiner. Erstellt am 13. Dezember 2016 (04:31)
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Zwei der zahllosen Postings, die der Pädagoge auf seinem Facebook-Profil veröffentlichte.
NOEN, Screenshots

Im Minutentakt postet der Lehrer Bildchen mit seiner Meinung auf Facebook: „Grüne Kinderficker – nein danke“, ist da etwa auf einem Sticker zu lesen, oder „Volk erhebe dich“ auf einem brennenden Bundesadler. Oder: „Heute leben wir von Eurem Geld, morgen nehmen wir uns Euer Land“ als Meldung zweier verschleierter Frauen.

Inakzeptable Aussagen für die Aktion Kritischer Schüler (AKS): „Das ist zutiefst beleidigend. Lehrer haben Verantwortung, sollten Vorbild für Schüler sein — Hetze, Bashing von Minderheiten und Verbreitung von Propaganda dürfen im Schulumfeld nicht passieren.“

NOEN

Dieses Schulumfeld ist informiert über die digitalen Aktivitäten des Pädagogen, und noch mehr: „Er ist derzeit vom Unterricht suspendiert“, erklärt HTL-Direktor Johann Wiedlack.

Allerdings nicht wegen seiner Postings, sondern wegen vermuteter Verfehlungen rund um die Matura, verraten Kollegen des Mannes. Dies bestätigt auch ein Sprecher aus dem Büro von Landesschulratspräsident Johann Heuras. Aber: „Über laufende Disziplinarverfahren können wir keine Auskunft erteilen.“

Lehrer streitet Hetze ab

Der suspendierte Lehrer verweist auf NÖN-Anfrage an seinen Rechtsanwalt und teilt mit: „Ich habe nicht gehetzt, sondern als verantwortungsvoller patriotischer Österreicher mit katholischen Wurzeln meinen couleurstudentischen Lebensprinzipien ‚Gott, Ehre, Freiheit, Vaterland‘ folgend . . . verschiedene von grünen Hetzern vollkommen verdrehte Sachverhalte klargestellt. Das ist meine private politische Meinung, die in einem demokratischen Rechtsstaat jedermann zusteht.“

Das habe in keiner Weise mit seinem beruflichen Umfeld zu tun.

Dienstrechtlich könnte es aber relevant sein, denn laut Gesetz haben Beamte in ihrem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung ihrer dienstlichen Aufgaben zu erhalten.