Firmeneinbrüche in St. Pölten sind stark zurückgegangen. Wohnhäuser waren 2019 in St. Pölten öfter Ziel. Serie von Fahrrad-Diebstählen endete mit Ausforschung von Täter.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 28. Mai 2020 (04:09)
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Einen Einblick in die Kriminalitätsentwicklung in der Landeshauptstadt gibt Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler anlässlich der bundesweit präsentierten Kriminalstatistik 2019: „Die Gesamtaufklärungsquote ist von 53,4 Prozent 2018 auf 50,7 Prozent im Vorjahr zurückgegangen“, erläutert er. Es gebe aber einige Erfolge zu verzeichnen.

Fahrraddiebstähle haben 2019 die St. Pöltner Exekutive in Atem gehalten. Doch mit der Ausforschung eines Serientäters war abrupt Schluss. Rund 80 Coups wurden dem jungen St. Pöltner und seinen Mittätern nachgewiesen. „Von einer höheren Dunkelziffer kann ausgegangen werden“, weiß Bäuchler, dass nicht jeder Fahrraddiebstahl zur Anzeige gebracht wird.

Suchtgift: Derzeit kein lokaler „Hotspot“

Die Zahl der angezeigten Einbrüche in Wohnhäuser ist von 57 Fällen 2018 auf 72 im Vorjahr gestiegen, bei Wohnungen von 17 auf 22. Stark rückläufig sind indes Firmeneinbrüche. Wurden 2018 noch 103 Anzeigen verzeichnet, waren es 2019 „nur“ 53. Bessere Absicherung der Objekte spiele hier eine Rolle. Die Tätergruppen sind unterschiedlich.

„Während reisende Banden meist sehr professionell agieren, gehen lokale Täter, oft Jugendliche, stümperhaft vor“, erklärt Bäuchler und betont: „Wesentlich bei der Klärung sind fast immer sichergestellte DNA-Spuren.“ Essenziell sei auch die enge Kooperation mit dem Landeskriminalamt.

„Im Bereich der Suchtgiftkriminalität zeigt die Schutzzone im Sparkassenpark Wirkung“, sagt Bäuchler. Konsumenten finden sich weiter in der Stadt, aber es gibt derzeit keinen lokalen „Hotspot“. Die sichergestellten Stoffe reichen von Cannabis bis zu härteren Drogen. „Die Konsumenten holen sich Suchtmittel meist aus Wien“, stellt er fest.

„Der Respekt gegenüber Beamten lässt nach“

Gewalt in der Privatsphäre sei immer Thema, aber die Zahlen steigen nicht. Rund 100 Betretungsverbote werden jährlich verhängt. Psychologisches Geschick und Einfühlungsvermögen seien hier gefordert, auch bei Sexualdelikten. „Hier steht oft Aussage gegen Aussage“, so Bäuchler.

Häufiger einschreiten musste die Polizei aufgrund von Psychosen nach dem Unterbringungsgesetz. Fast gleichbleibend mit 21 Anzeigen ist Widerstand gegen die Staatsgewalt. „Der Respekt gegenüber Beamten lässt aber nach“, merkt Bäuchler an. Allgemein setzt er heuer auf verstärkte Präsenz durch uniformierte Beamte.