Keine Sorge in St. Pölten wegen Badener Konkurrenz. Kurstadt bringt sich ins Spiel, Initiative in St. Pölten und Bürgermeister Matthias Stadler sehen das gelassen.

Von Mario Kern. Erstellt am 01. Februar 2017 (05:43)
NOEN, Stefan Kristoferitsch
Mit dem Kulturbezirk inklusive Festspielhaus, weiteren großen Kulturhäusern sowie vielen kleineren kulturellen Initiativen könnte sich St. Pölten als Europäische Kulturhauptstadt 2024 bewerben.

Die Landeshauptstadt bekommt Konkurrenz im eigenen Bundesland: Auch Baden will sich für die Europäische Kulturhauptstadt bewerben. Als Projektleiter hat die Kulturabteilung der Kurstadt den Ö1-Radiomoderator und Musikwissenschaftler Otto Brusatti erkoren. „Die Idee kam vor einem Dreivierteljahr.

Man muss damit rechnen, dass hier das größte Kulturprojekt Niederösterreichs entstehen kann“, erklärt Brusatti. Die Basis unterscheidet sich grundlegend: In Baden geht die Bewerbung von einem Impuls der Stadt aus und wird aktiv von der Kulturabteilung unterstützt. Hier begrenzen sich die Pläne hauptsächlich auf die Stadt selbst, wie Brusatti im NÖN-Gespräch betont. Im Vergleich dazu ist die Region um St. Pölten wichtiger Teil des Projekts.

Plattform sieht Mitbewerber positiv

Den Badener Willen zur Bewerbung sieht Susanne Wolfram von der Plattform „KulturhauptStart“ als „positiven Ausdruck der kulturellen Vielfalt Österreichs“. Den St. Pöltner Weg, die Einbindung der Bevölkerung ins Zentrum zu stellen, sieht Wolfram durch andere Bewerbungen nicht beeinflusst: „Die Bürger St. Pöltens und der Region haben sich auf einen spannenden Weg gemacht. Unser Vertrauen gilt der Jury, die 2019 die spannendste Bewerbung auswählen wird.“

Von der Stadt gibt es noch keine Entscheidung zur Bewerbung: Bürgermeister Matthias Stadler verweist weiter darauf, dass man sich ausschließlich mit Landes-Unterstützung bewerben könne. „Wir sind aber weiter im Gespräch“, betont Stadler im NÖN-Gespräch. Die Konkurrenz aus Baden nimmt er locker: „Je mehr Bewerber, desto besser.“