St. Pölten: Einstimmiger Beschluss für Bewerbung. Selten waren die Parteien im Gemeinderat so einhellig einer Meinung wie am Montagabend:

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 25. September 2017 (21:39)
Josef Vorlaufer

Einstimmig beschlossen SP, VP, FP und Grüne, dass sich St. Pölten als Europäische Kulturhauptstadt bewerben wird. Ebenso einstimmig fiel auch der Beschluss für die Gründung der dafür notwendigen NÖ Kulturhauptstadt St. Pölten GmbH.

„Ein historischer Tag für St. Pölten“, waren sich Bürgermeister Matthias Stadler (SP), Vizebürgermeister Matthias Adl (FP) und Stadtrat Klaus Otzelberger (FP) einig. St. Pölten hat mit dieser Entscheidung jedenfalls jetzt die Nase vorn: Österreichs älteste Stadt und jüngste Landeshauptstadt hat sich jetzt nicht nur als erste Gemeinde als Bewerber deklariert und das Land als Unterstützer gewonnen, St. Pölten ist jetzt auch die erste Stadt mit einem Gemeinderatsbeschluss für die Bewerbung. „Der einstimmige Beschluss ist ein deutliches Signal an alle politischen Entscheidungsträger, an den Bund und an die europäische Jury“, sieht Stadler durch den breiten politischen Konsens zusätzlichen Rückenwind für die St. Pöltner Bewerbung. Und er sieht ein neues Miteinander der roten Stadt mit dem schwarzen Land unter Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Das bringe der Kulturhauptstadt-Bewerbung nicht nur Landesgelder, sondern auch zum Know-how der städtischen Kulturabteilung die Kompetenz und Erfahrung der NÖKU.

Wesentlich sei jetzt aber, dass auch die notwendigen infrastrukturellen Maßnahmen im Gemeinderat von allen Fraktionen mitgetragen werden und der Bürgerbeteiligungsprozess bei jeder St. Pöltnerin und jedem St. Pöltner die Begeisterung für die Kulturhauptstadt wecke. Und, dass die Region um St. Pölten in die Erarbeitung des Kulturhauptstadt-Bewerbung eingebunden werde.

Insgesamt 2,4 Millionen Euro sind alleine für die Kulturhauptstadt-Bewerbung budgetiert, Stadt und Land NÖ teilen sich die Kosten.

Warum diese Gemeinderatssitzung auch aus anderen Gründen eine mit Seltenheitswert war und was ab 1. Jänner 2018 mit dem Gelben Sack passiert, lesen Sie in der nächstwöchigen Printausgabe der St. Pöltner NÖN (Woche 40).

Zitate

„Wir brauchen nicht alles neu erfinden. Vieles ist in der Stadt schon da, wir können auf die Erfahrungen in Graz und Linz zurückgreifen – und wir können auf die Kompetenz und das Know-how der NÖKU bauen.“

Matthias Adl, VP

„Wir sind stolz auf St. Pölten. Als Europäische Kulturhauptstadt hätten wir eine einzigartige Möglichkeit in ganz Europa auf unsere schöne Stadt aufmerksam zu machen. Deshalb unterstützen wir diesen Antrag.“

Klaus Otzelberger, FP

„Ich bin seit einem Jahr im Gemeinderat. So eine positive Stimmung wie heute hab ich in dieser Zeit noch nicht erlebt. Wichtig ist, dass jede St. Pöltnerin und jeder St. Pöltner etwas von dieser Bewerbung hat.“

Markus Hippmann, Grüne

„Das ist heute ein Moment wie ihn St. Pölten seit dem Beschluss für die Bewerbung um die Landeshauptstadt nicht erlebt hat.“

Ingrid Heihs, SP

„Die Bewerbung kann dank der Initiative ‚Kulturhauptstart‘ auf umfangreiche Vorarbeiten aufbauen. Wir müssen uns aber dennoch sputen und die Füße in die Hand nehmen, damit wir im November/Dezember 2018 ein großartiges Kulturhauptstadt-Konzept einreichen können.“

Markus Krempl-Spörk, VP