Fahne und Trauermarsch gegen Gewalt an Frauen. St. Pölten setzte am "Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" ein öffentliches Zeichen.

Von Marlene Groihofer. Erstellt am 25. November 2019 (15:00)
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Die Dunkelziffer ist hoch. Nach wie vor. Der 25. November soll der Sichtbarmachung dienen: Zeigen, dass Gewalt gegen Frauen nach wie vor Alltag ist in Österreich. Auch in St. Pölten wurde am „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ auf die Straße gegangen.

Um ein öffentliches Zeichen zu setzen, hissten Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig gemeinsam mit der Leiterin des Frauenhauses St. Pölten, Olinda Albertoni, Elisabeth Cinatl, Vertreterin der NÖ Frauen- und Mädchenberatungsstellen und Geschäftsführerin Michaela Egger vom Gewaltschutzzentrum NÖ vor dem Landhaus in St. Pölten die symbolische Fahne „Gewalt frei leben“. Ebenso fand am St. Pöltener Rathausplatz eine Kundgebung der Frauenplattform St. Pölten statt.

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 „Auch wenn Gewalt in der Gesellschaft noch immer nicht ausreichend thematisiert wird, ist sie sichtbarer als früher“, sagt Olinda Albertoni, die Leiterin des Frauenhauses St. Pölten, die appelliert, dem Gewaltschutz nicht nur in Reaktion auf schreckliche Verbrechen eine Plattform zu geben. SPÖ-Stadträtin Renate Gamsjäger forderte unter anderem den Ausbau finanzieller Ressourcen für Gewaltschutz und den Ausbau von Präventions- und Prozessbegleitungsmaßnahmen.

18 Frauen wurden in Österreich seit Anfang des Jahres ermordet - elf dieser Morde fanden in Niederösterreich statt. „Aus diesem Anlass haben wir einen Trauermarsch durch die Innenstadt organisiert“, sagt Martina Eigelsreiter vom Büro für Diversität der Stadt St. Pölten.

Für jede in diesem Jahr ermordete Frau wurde ein Grablicht angezündet.