Prozess um Brandstiftung wurde vertagt. Im zweitägigen Prozess um Brandstiftung am Landesgericht St. Pölten sind am Dienstag Zeugen, darunter der 65-jährige Vater des Angeklagten, befragt worden.

Erstellt am 20. September 2016 (11:33)
NOEN, APA, (Archiv, Pfarrhofer)

Die Schöffenverhandlung am Landesgericht St. Pölten um Brandstiftung und versuchten schweren Betrug gegen einen 45-Jährigen ist am Dienstag auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Sowohl der Staatsanwalt als auch die Verteidigung haben die Befragung weiterer Zeugen beantragt. Außerdem sollen ergänzende Gutachten von Sachverständigen eingeholt werden.

Der Angeklagte, der sich zu Prozessbeginn nicht schuldig bekannt hatte, soll sein Lokal laut Staatsanwaltschaft mittels Gas und Benzin in Brand gesteckt haben, um die Versicherungssumme zu kassieren. Thema am zweiten Prozesstag waren unter anderem die Gasflaschen, die nach dem Feuer gefunden wurden. Die Lebensgefährtin gab an, Wochen nach dem Brand am 16. Jänner 2015 unter Schutt und Asche den Boden einer zerborstenen Gasflasche entdeckt zu haben. Bei den vorangegangenen Untersuchungen der Polizei am Brandort wurde diese Aluminiumflasche nicht gefunden.

Ergänzendes Gutachten wird eingeholt

Entdeckt hatte die Lebensgefährtin des Beschuldigten den Teil der Flasche im Eingangsbereich, wo sie nach Angaben des Angeklagten abgestellt war. "Der Auffindungsort war also der Lagerort", zweifelte der beisitzende Richter, ob das bei einer Druckentweichung möglich sei. Diese Frage soll nun ein Sachverständiger klären, ebenso wird ein ergänzendes Gutachten zum Fabrikat der Flasche eingeholt. Unter anderem sollen beim nächsten Verhandlungstermin der Gasflaschen-Lieferant des Lokals und weitere Polizisten befragt werden.

"Es ist gegen einige Personen ermittelt worden", widersprach ein Ermittler des Landeskriminalamtes im Zeugenstand der Behauptung des Beschuldigten, die Erhebungen der Polizei seien nur gegen ihn geführt worden. Der Angeklagte und sein Vater hätten den Ermittlern Tipps zu potenziellen Tätern gegeben. Diese Männer hatten laut dem Polizisten ein Alibi bzw. waren im Ausland.

Von der Versicherung wurden knapp 218.000 Euro gefordert, aber bisher nicht ausgezahlt. Das Unternehmen hat sich als Privatbeteiligte dem Verfahren angeschlossen. Auch ein am Dienstag befragter Zeuge, dessen Dart-Automaten beim Brand des Gasthauses zerstört wurden, forderte Schadenersatz.