Exfreundin gewürgt und mit Säure bedroht: Prozess. Ein 39-Jähriger soll seiner Exfreundin gegenüber jahrelang gewalttätig gewesen sein. Er weist das zurück. Verwirrung gibt es wegen mehrerer Handy- und Internetverträge, die er in ihrem Namen abgeschlossen hat.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 03. Februar 2021 (18:56)
Symbolbild
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Die Beziehung zu seiner ehemaligen Lebensgefährtin war grundsätzlich sehr harmonisch, erzählt der Angeklagte vor Gericht. Das glaubten die Eltern der Lebensgefährtin, die als Zeugen aussagen, spätestens dann nicht mehr, als ihre Tochter nach einem Streit des Paares  ein blaues Auge und eine Beule am Hinterkopf hatte.

Er habe sie weggestoßen, gegen die Wand, aber nicht fest, sagt er. Er hat sie gewürgt, ihr eine Ohrfeige gegeben und sie mit dem Kopf gegen die Wand gestoßen, sagt sie. Immer wieder soll er während der zweijährigen Beziehung gewalttätig geworden sein, sagt die Frau in der Videoeinvernehmung. Gegen Ende der Beziehung soll es immer schlimmer geworden sein: „Einmal hat er mich so stark gewürgt, dass ich fast bewusstlos geworden wäre.“ 

„Als ich ihm gesagt habe, dass ich mich trenne, hat er gedroht mir Säure ins Gesicht zu schütten, damit ich für meinen neuen Freund nicht mehr schön bin“, erzählt sie. „Mir tun diese Anschuldigungen von Herzen weh“, sagt der Angeklagte, der während des Abspielens ihrer Aussage bedrückt zu Boden schaut. „Ich habe ihr nie gedroht und war nie gewalttätig. Ich habe sie nur einmal weggeschubst.“ Warum sie so etwas behaupten sollte, fragt der Richter. „Wir waren beide drogenabhängig“, antwortet der Angeklagte. „Ich kann mir nur vorstellen, dass sie Geld will. Sie fordert 1.500 Euro Schmerzengeld, ob sie es bekommt bleibt noch offen. 

Handyrechnungen nicht bezahlt

Der Angeklagte, der mehrmals vorbestraft ist, unter anderem wegen Diebstahls und Betruges, sitzt noch wegen eines zweiten Vergehens vor Gericht. Er soll während der Beziehung mit der Frau drei Mobilfunkverträge und einen Online-Kreditvertrag auf den Namen der Lebensgefährtin abgeschlossen und einen Kabel TV- und Internetanschluss auf ihren Namen erstellt haben. „Da war sie dabei, das war so ausgemacht“, sagt der Angeklagte, der aber zugibt, dass er einmal in ihrem Namen unterschrieben hat, obwohl das verboten ist.

Warum er denn ihre Daten angegeben und bei den anderen Dokumenten selbst unterschrieben hat, will der Richter wissen. Der Angeklagte weiß es nicht mehr genau. Fakt ist jedenfalls, dass keiner von beiden die Rechnungen, die mit den Verträgen einher gingen bezahlt haben. Einer der Mobilanbieter fordert über 2.000 Euro Schadenersatz. Ob er den bekommt bleibt ebenfalls offen. Der Richter muss die Verhandlung auf Mitte März vertagen, unter anderem deshalb weil er die ehemalige Lebensgefährtin erneut über Video befragen muss.