Vor Uraufführung: "Wo verdammt ist Frau Wermes?". "Wo verdammt ist Frau Wermes?" Diese Titel gebende Frage stellt Claudia Tondl in ihrem Stück um das Thema Arbeitslosigkeit.

Von Redaktion APA. Erstellt am 14. Mai 2015 (09:29)
NOEN, Gerald Lechner

Für das Stück hat sie 2012 das erste Peter Turrini-DramatikerInnenstipendium des Landes Niederösterreich gewonnen. Die Uraufführung steigt am Samstag (16. Mai) in der Theaterwerkstatt des Landestheaters Niederösterreich in St. Pölten. Regie führt Caroline Welzl.

Poetische Sprache und rhythmisierende Dramaturgie

In poetischer Sprache und rhythmisierender Dramaturgie werden der Arbeitslosenalltag auf den Gängen des Arbeitsamtes und die Ausprägungen einer brüchigen Gesellschaft erzählt. Ein Journalist verabredet ein Interview mit einer leitenden Mitarbeiterin des Arbeitsamtes und lernt dabei die Widerstände kennen, die Jobsuchenden begegnen: Es ist schwierig, überhaupt zu Frau Wermes vorzudringen.

Sie verschanzt sich hinter Aktenbergen, träumt von der Südsee und wird allmählich zu einem Phantom ihrer selbst, während die Arbeitslosen mit langen, inhaltsleeren Wartezeiten konfrontiert sind. "In dieser Matrix aus Langeweile und Gleichförmigkeit verdichtet sich plötzlich die Situation", wird in einer Aussendung des Landestheaters verraten. Aufsteigergeschichten und persönliche Dramen spielen sich ab.

Peter Turrini selbst hatte sich bei der Preisverleihung an die Autorin von der Wahl der Jury angetan gezeigt: "Ich bin vom Thema des Stücks beeindruckt, das ich wirklich für ein bedrückendes halte: Menschen geraten in die Fänge der Bürokratie, wenn sie etwas brauchen. Und ich finde es von der ästhetischen Theatermethode sehr interessant, weil sie sich von meiner unterscheidet."

Mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet

Claudia Tondl studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien sowie Dramaturgie am Internationalen Theaterinstitut. Seit 2008 arbeitet sie als Dramatikerin. Mit ihrem Stück "Lingua Franka" gewann sie 2008 den Stuthe-DramatikerInnenpreis.

Mit "Entkörperung. Zwei.Null" wurde sie für die szenische Lesung am Schauspielhaus Graz mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Sie erhielt u.a. das DramatikerInnenstipendium Österreichs 2010 und Wiens 2011 für ihren Stückentwurf "Zyklop". Es folgten u.a. die Stücke "Monad's Likes" und "Wir gründen eine Partei".