Feuerwehr St. Pölten-Stadt: Seit 1867 immer zur Stelle

Erstellt am 12. Juni 2022 | 04:13
Lesezeit: 3 Min
Vor 155 Jahren gab ein Großbrand im Ledererviertel den Anstoß: 60 Mitglieder des Turnvereins konstituierten sich am 15. Juni 1867 als freiwillige „Turner-Feuerwehr“.
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Foto: NOEN

Vom Gemeindeausschuss mit 1.500 Gulden gefördert, wurden die erste Spritze, Leitern und Helme angekauft, für die Uniform hatten die Mitglieder noch selbst zu sorgen.

Die Geschichte der Feuerwehr St. Pölten-Stadt von damals bis heute ist auch eine Geschichte der rasanten technologischen Entwicklung, eine Geschichte der kontinuierlichen Erweiterung der Aufgabenbereiche, der gesellschaftlichen Veränderungen, großer Erfolge und tragischer Ereignisse, aber vor allem unzähliger freiwilliger Arbeits- und Einsatzstunden.

Besonders markante Ereignisse, die im kollektiven Gedächtnis der St. Pöltner verhaftet sind, waren der Großbrand im Dom 1962, die Gasexplosion in der Eybnerstraße 1978, bei der zwei Feuerwehrmänner starben und 46 zum Teil schwer verletzt wurden, der verheerende Brand bei Leiner am Rathausplatz 1989, der Großbrand in der Glanzstoff 2008, eine weitere tragische Gasexplosion 2010 in der Munggenaststraße.

Dazu kommen zahlreiche weniger spektakuläre, aber nicht weniger wichtige und gefährliche Brand-, Hochwasser-, Sturm- und technische Einsätze bei Verkehrsunfällen, vor allem auf der Autobahn.

Neue Feuerwehrzentrale war ein Meilenstein

Drei Mal ist die FF St. Pölten-Stadt übersiedelt, um dem steigenden Platzbedarf, aber auch der optimalen Verkehrsanbindung gerecht zu werden. 1902 wurde das Gerätehaus in der Linzerstraße bezogen, 1964 – nach zwölf Jahren Bauzeit – der Standort in der Brunngasse, gemeinsam mit 29 Dienstwohnungen, um ständige Bereitschaft zu gewährleisten.

Ein Meilenstein war die Eröffnung der Feuerwehrzentrale in der Goldegger Straße im April 1989. Hier befindet sich auch die Bereichsalarmzentrale (BAZ) für die Bezirke St. Pölten und Lilienfeld, die permanent besetzt ist. Hier laufen im Ernstfall alle Kommunikationskanäle zusammen.

Mit der Gründung der Feuerwehrjugendgruppe 1966 begann die gezielte Nachwuchsarbeit, in der Kindergruppe werden seit 1991 bereits den Acht- bis Neunjährigen die Aufgaben der Feuerwehr spielerisch nahe gebracht. Große Erfolge bei nationalen wie internationalen Leistungsbewerben gab es in den 70er- und 80er-Jahren zu feiern, die Leistungsgruppe galt als eine der schnellsten Löschmannschaften der Welt.

Die FF St. Pölten-Stadt bildet zwar das Rückgrat für alle Einsatzarten, für den Ernstfall stehen aber 13 weitere Freiwillige Feuerwehren in den Katastralgemeinden sowie zehn Betriebsfeuerwehren einsatzbereit zur Verfügung. In Summe über 1.500 Feuerwehrfrauen und -männer.

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