Privatuni will sinnvolles Wirtschaften lehren. Die Bertha von Suttner-Privatuniversität will ihre Lehre ab September um „Weltanschauliches Wirtschaften“ erweitern. Alfred Strigl hat den berufsbegleitenden Lehrgang mitkonzipiert.

Von Caroline Böhm. Erstellt am 26. Februar 2020 (03:57)
Böhm

NÖN: Wie hängen Weltanschauung und Wirtschaft zusammen?
Alfred Strigl: „Es gibt kein wertfreies Wirtschaften: Jede Wirtschaftsform hat eine Geschichte und Werte, die dahinterstehen und hineinwirken. Buddhistisches Wirtschaften ist beispielsweise von einer anderen Weltanschauung geprägt als ein feministisches. Wirtschaften wird oft als reine Profitorientierung abgebildet. Das ist zu flach.“

Wieso sollte ich mich für den Lehrgang entscheiden?
 „Ich persönlich würde gerne etwas studieren, das aus Leidenschaft geboren ist. Und ich glaube, Themen wie Achtsamkeit, Ethik oder ‚Spiritualität‘ interessieren die Menschen. Zudem haben wir einen Studiengang entwickelt, der weltweit einzigartig ist.“

An wen richtet sich das Studium?
„Eine Zielgruppe sind Führungskräfte aus der Wirtschaft, die keinen Bachelor- oder Masterabschluss haben. Eine andere Zielgruppe sind Menschen, denen nachhaltiges, sinnbezogenes Wirtschaften ein Herzensanliegen ist und die eine Legitimation dafür brauchen.“

 „Ich persönlich würde gerne etwas studieren, das aus Leidenschaft geboren ist"

Wie steht es um die Akkreditierung?
„Das Team der AQ Austria ist Mitte März bei uns. Wir hoffen, spätestens im Juni zu erfahren, ob die Akkreditierung durch ist.“

Wieso haben Sie den Lehrgang entwickelt?
„Wegen meiner Freundschaft zum Rektor der Universität und wegen ihrer Lage. Ich habe das Österreichische Institut für Nachhaltiges Wirtschaften und meinen Lebensmittelpunkt nach St. Pölten verlegt. Außerdem möchte ich Meister des wert- und sinnvollen Wirtschaftens heranbilden.“

Ist Ihre Mitarbeit jetzt beendet?  
„Ich würde mir wünschen, das naturwissenschaftlich inspirierte Wirtschaften zu lehren. Ich habe gerne als Geburtshelfer gedient, aber ich werde den Lehrgang nicht leiten. Ich habe so viel anderes zu tun in meinem Leben.“