St. Pöltner-Lehrlinge übernahmen Nationalrat. Drei angehende Bürokauffrauen aus St. Pölten erfuhren beim Lehrlingsparlament, wie Politik wirklich funktioniert.

Von Maria Prchal. Erstellt am 21. Mai 2019 (19:11)

Der Nationalrat tagt zwar erst am Montag, in seinem Sitzungssaal wurde es aber heute schon spannend. Beim Lehrlingsparlament diskutieren über 60 Jugendliche wie die "echten Politiker" - mit dabei drei angehende Bürokauffrauen von Kika/Leiner.

Nicole Bauer und Lea Ertl aus St. Pölten sowie Jenny Holzer aus Rabenstein waren in der Mediengruppe: Sie bastelten aus dem zweitägigen Event einen Video- und Printbericht.

In verschiedene Klubs aufgeteilt, debattierten die Jugendlichen über einen fiktiven Gesetzesvorwurf zum Thema "Erasmus+ Das EU-Programm für Bildung, Jugend und Sport". Betreut wurden sie dabei sowohl von Experten als auch Abgeordneten zum Nationalrat, die dafür ihre parteipolitische Rolle ablegten. 

Nach kräftezehrenden Klubsitzungen hielten die Lehrlinge im großen Redoutensaal schließlich auch eine Plenarsitzung ab.

EU sei nicht selbstverständlich

"Politik ist komplex. Aber es ist ein Erfolgserlebnis für die Jugendlichen, diese Vorgänge zu durchblicken und besser nachvollziehen zu können", sagt Elisabeth Schindler-Müller.

Mit dem Erasmus-Fokus, gehe es um "eine nationale Umsetzung einer europäischen Gesetzgebung". Damit rückt den Jugendlichen kurz vor der Europa-Wahl die EU noch ein Stückchen näher.

Das bestätigen die drei Kika/Leiner-Lehrlinge. "Ich habe mich vorher nicht wirklich mit Politik auseinandergesetzt. Aber jetzt erkenne ich die Zusammenhänge besser", meint die 16-jährige Ertl. 

Zur EU-Wahl gehen alle drei: "Wählen ist wichtig, auch wenn es vielleicht keinen gibt, mit dem man sich zu 100 Prozent identifzieren kann", bleibt Bauer kritisch. Ertl appelliert weiter, wählen zu gehen: "Wir sind die Generation, für die die EU schon normal ist. Aber das ist sie nicht."

Solche Statements fielen zuhauf beim Lehrlingsparlament: "Das ist eine sehr unterschätzte Gruppe", sagt Schindler-Müller über die Lehrlinge, die am Schluss sogar Positionspapiere an ihre jeweiligen Betreuer übergaben.

Was die Mädls noch alles erlebt haben und wie das Lehrlingsparlament sonst ablief, steht in der kommenden NÖN.