Frisch gekrendelt in Radlberg. Claudia Fallmann stellt neben ihrem Job im Büro Kärntner Nudeln in Handarbeit her.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 01. April 2021 (03:01)

„Wir haben sicher dreimal in der Woche Nudeln auf dem Tisch.“ Claudia Fallmann ist Kärntnerin, 1991 kam sie der Liebe wegen nach St. Pölten und lebt jetzt hier ihre Leidenschaft für die Kärntner Nudel.

Als gelernte Hotel- und Gastgewerbeassistentin fand sie einst keinen Job in der Stadt: „Weil alle sagten, dass ich überqualifiziert bin.“ Sie arbeitete dann 20 Jahre im Büro in Röntgeninstituten, später hatte sie eine eigene Praxis als diplomierte Ehe-, Familien- und Lebensberaterin und Trainerin in systemischen Familienstellen. Zuletzt machte sie einen Lehrgang für Buchhaltung und Personalverrechnung. „In mir keimte aber schon lange die Idee, Nudeln herstellen zu wollen“, berichtet Fallmann.

„Die Familie hat mir gut zugeredet“

Im Oktober meldete sie dann ihr Gewerbe an. Schon im August hatte sie damit begonnen, verschiedene Sorten zu kreieren und diese von ihren Freunden verkosten zu lassen. „Alle haben gesagt: Du musst das machen. Und auch meine Familie hat mir gut zugeredet. Da bin ich nicht mehr ausgekommen“, schmunzelt Fallmann. Seitdem ist das Interesse an ihrem Produkt groß.

120 Nudeln schafft sie an einem Nachmittag. Dienstag, Donnerstag und Freitag steht sie in der Küche in der Dr.-Hübscher-Gasse 11. Sechs verschiedene Sorten, darunter natürlich die original Kärntner Kasnudel und eine Fleischversion, gibt es immer. Dazu kommen saisonale Versionen – etwa mit Bärlauch, Spargel oder Erdbeeren. Bei den Zutaten legt Fallmann großen Wert auf Regionalität. „Den Bröseltopfen hole ich von den Wilhelmsburger Hoflieferanten, das Mehl von der Langer Mühle Ober-Grafendorf und die Kartoffeln von Familie Bertl“, berichtet die Wahl-St.-Pöltnerin.

Lange hat sie am perfekten Teig herumgetüftelt. Vieles macht sie händisch. Etwa die Portionierung von Füllung und Teig. Zwar hat sie eine Portioniermaschine, die sei aber nicht genau genug. Deshalb müsse sie alles nachwiegen. Große Hoffnung setzt sie in eine bereits bestellte Maschine aus China, die soll die Arbeit künftig erleichtern. Weiterhin mit der Hand wird sie die Kärntner Nudeln krendeln, bevor sie schockgefrostet als „Claudias Nudl Kudl Mudl“ (www.nudelkoch.at) in den Verkauf gehen. „Das ist aber keine Arbeit für mich, das ist richtig meditativ.“ 

Die Nudeln gibt es direkt bei Fallmann und im Regionalladen "Das Dirndl" in St. Georgen.