Bühne im Hof musste fast gesperrt werden . Streit nach Abbruch des Kohn-Hauses hätte beinahe Leben in der Linzer Straße lahmgelegt.

Von Beate Steiner. Erstellt am 06. Juni 2018 (05:44)
NOEN, Steiner
Durch den Abriss des „Kohnhauses“ entstanden beträchtliche Schäden am Nebengebäude.

Diese Nachricht aus dem Rathaus hätte das Stadtleben kurzfristig schwer beeinträchtigen können: Am Dienstag, 29. Mai, erreichte eine E-Mail der Baupolizei Andreas Rudolph, Anwalt der Eigentümer des Hauses Linzer Straße 18.

Der Inhalt des amtlichen Schreibens: Wegen erheblicher Schäden am Dachstuhl des Gebäudes bestehe Gefahr im Verzug. Aufgrund der vorliegenden Gefahr für Leib und Leben sei die gesamte Liegenschaft sofort derart abzusperren, dass kein Zutritt für unbeteiligte Dritte erfolgen könne. Die angedrohte Sperre hätte unangenehme Folgen gehabt. Der Verkehr in der Linzer Straße wäre beeinträchtigt gewesen, das MacLaren’s Pub hätte nicht aufsperren können und das Jazzfestival in der Bühne im Hof wäre ausgefallen.

Kompromiss nach Aufregung

Vorausgegangen waren dem Schreiben Differenzen über den Termin zur Besichtigung der Schäden, die durch den Abriss entstandenen sind. Anwalt Andreas Rudolph wirft der Stadt vor, dass sie Druck auf die Hauseigentümer ausübe. Behördenleiter Martin Gutkas weist das von sich: „Der baupolizeiliche Auftrag ist nicht vom Magistrat ausgegangen, sondern war Folge eines Gerichtsbeschlusses.“

Die angedrohte Eskalation konnte am Mittwoch dann doch abgewendet werden: Nach einer Begehung einigten sich die Streitparteien, dass „die Schäden nach dem Abriss des Nebenhauses zwar erheblich sind, dass aber keine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben besteht“, so Andreas Rudolph, der vergeblich versuchte, Kontakt zum Eigentümer des Nachbargrundstücks herzustellen: „Wir wollen gedeihliche Nachbarschaft und vermeiden, dass wir vor Gericht stehen.“