Der "Italo-Abfall" ist genehmigt. Für Ministerium sind alle Rahmenbedingungen erfüllt, Abfallabteilung des Landes NÖ war von Import informiert.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 11. Dezember 2019 (04:20)
Johann Zöchling steht mit seinen Mülltransporten in der Kritik.
Zöchling

„Das kann doch nicht legal sein, dass der Müll aus Italien zu uns kommt“, meldete sich eine verärgerte Leserin in der NÖN-Redaktion. Die ersten Fuhren aus Süditalien sind bereits in St. Pölten eingetroffen. Dass zumindest rechtlich alles bei der Abfallentsorgung gedeckt ist, bestätigt das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, das in Österreich die zuständige Behörde für Abfallverbringung ist.

„Es liegt eine Genehmigung zum Import von vorbehandelten Siedlungsabfällen vor, die in St. Pölten noch weiter aufbereitet werden, um verwertbare Anteile herauszuholen“, antwortet ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage der NÖN. Die Rahmenbedingungen liegen alle vor, das Ministerium müsse daher eine Genehmigung erteilen.

Die Abfallabteilung des Landes Niederösterreich wusste laut dem Sprecher des Ministeriums Bescheid: „Wir teilen jedem Bundesland jeden Importantrag mit. Wir haben im September das Land Niederösterreich davon unterrichtet.“ Die Stadt St. Pölten wurde hingegen nicht informiert. „Wir können nicht jede Gemeinde anschreiben.“

Zöchling will über Verfahren aufklären

Um etwaigen Gerüchten vorzubeugen, erklärt Deponiebetreiber Johann Zöchling in einer Stellungnahme, was genau mit dem italienischen Müll in St.

Pölten passiert: Bei den Abfällen werde in einem ersten Schritt durch Überbandmagneten Eisenmetall rückgewonnen. Danach folge eine biologische Behandlung, bei der sogenannter „Müllkompost“ entsteht.

In einem dritten Aufbereitungsschritt würden aus dem Müllkompost durch Magnet- und Induktionsabscheider feine Eisen- und Nicht-Eisenmetallteile wie Alu oder Messing rückgewonnen. Einzelne größere aussortierte Plastikteile dienten als Ersatzbrennstoff in der Zementindustrie. Der Rest werde zu einer Rekultivierungsschicht für die Deponie verarbeitet. „Es werden Wertstoffe zurückgewonnen und die restlichen Abfälle einer sinnvollen Verwertung zugeführt“, betont Zöchling.