Frequency St. Pölten: Zittern um Geld auf der Bank. Festivalveranstalter hat 34 Millionen Euro auf Konten der Commerzialbank liegen. Auswirkungen sind noch nicht abzusehen.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 22. Juli 2020 (04:48)
Billie Eilish lockte im Vorjahr Massen zum Frequency. Wie es mit demFestival weitergeht, hängt jetzt auch an der Zukunft der Commerzialbank Mattersburg.
Bernhard Brenner

Die dunklen Wolken durch den Bilanzskandal der Commerzialbank Mattersburg könnten auch die Zukunft des Frequency-Festivals in St. Pölten verdunkeln. Der Veranstalter Barracuda Holding hat bei der Bank 34 Millionen an Einlagen liegen. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) untersagte mit sofortiger Wirkung die Fortführung des gesamten Geschäftsbetriebs der Bank. Das hat auch Einfluss auf die Geschäfte des Festivalveranstalters. „Es kamen in den letzten Monaten einige Dinge für uns zusammen“, zeigt sich ein Sprecher von Barracuda besorgt.

Im Dezember gab die Kartellbehörde noch grünes Licht für die Übernahme von 71 Prozent der Barracuda Holding durch die deutsche CTS Eventim. Dann kam die Coronakrise und jetzt noch der Bilanzskandal der Bank. „Die genauen Auswirkungen der von der FMA verhängten Maßnahmen auf die Eventim sowie die Situation der Commerzialbank lassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilen“, erklärt ein Sprecher von Eventim. Man würde die Situation sehr genau beobachten und alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Rechte zu wahren. Die FMA hat für die Commerzialbank Mattersburg einen Wirtschaftsprüfer als Regierungskommissär des Kreditinstituts bestellt, dadurch ist der Bank die Auszahlung aller bestehenden Einlagen untersagt.

Planungen für Festival 2021 laufen weiter

„Wir werden jedenfalls kämpfen“, verspricht der Barracuda-Sprecher. Vom Coronavirus will man sich auf keinen Fall unterkriegen lassen. „Wir stecken schon mitten in der Planung für das FQ21“, heißt es auf der Website, wo gerade erst zusätzlich zu Bilderbuch, AnnenMayKantereit oder RAF Camora weitere Acts präsentiert wurden. Neu im Line-up sind etwa Lewis Capaldi, Bonez MC, Rin oder Palaye Royale.

Mit einem Frequency von 19. bis 21. August 2021 rechnet auch Michael Bachel vom städtischen Veranstaltungsservice: „Wir sind in regelmäßigem Kontakt mit dem Veranstalter.“ Das Veranstaltungsservice fungiert als Schnittstelle und sorgt für den reibungslosen Ablauf.

Bis 31. Juli können die heurigen Festivalpässe noch auf Tickets für das kommende Jahr umgetauscht werden. „Der Ticketswap läuft sehr gut“, bestätigt der Sprecher. Sollten die Karten nicht getauscht werden, wird ein Gutschein ausgestellt, der bis Ende 2022 gültig ist. Sollte der nicht eingelöst werden, werde der Betrag ausgezahlt. „Die Lösung wurde gesetzlich festgelegt, um die Veranstaltungsbranche am Leben zu erhalten“, argumentiert der Veranstalter auf seiner Website.