Feuerwehr-Appell für mehr Rauchmelder. Nach Feuer mit Todesopfer setzt sich Kommandant Dietmar Fahrafellner für lebensrettende Geräte in Wohnungen ein.

Von Thomas Werth. Erstellt am 13. Juni 2019 (03:56)

Eine eingeschaltete Herdplatte, die Gegenstände in der Nähe entzündete, war Auslöser für den tödlichen Brand in der Vorwoche am Neugebäudeplatz. Ein 36-Jähriger wurde vom dichten Rauch überrascht, konnte nicht mehr rechtzeitig aus seiner Wohnung fliehen und verstarb trotz mehrfacher Reanimationsversuche am Unglücksort an den Rauchgasen.

Stadtfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner war Einsatzleiter und appelliert an die Bevölkerung: „Installiert bitte Rauchmelder in euren Wohnungen. Ein solches Gerät hätte den Mann retten können.“ Die Geräte sind seit 2015 bei neu gebauten Wohnungen und Einfamilienhäusern Pflicht, bei älteren muss aber nicht nachgerüstet werden. „Wenn jemanden der Rauch im Schlaf überrascht, dann hat er keine Chance.“

Herausforderung für die Feuerwehr

Der Brand im 13. Stock des Hochhauses stellte die Feuerwehrleute zusätzlich vor eine große Herausforderung. Weil es keinen Feuerwehraufzug im Gebäude und keinen Platz für ein Hubrettungsfahrzeug davor gibt, mussten die Ersthelfer zu Fuß hinauflaufen. „Und das mit rund 16 Kilo Ausrüstung pro Person. Das war ein extremer Einsatz“, schildert Fahrafellner. Glücklicherweise befanden sich einige Feuerwehrleute in unmittelbarer Nähe bei einer Übung und waren deshalb schnell nach der Alarmierung am Unglücksort.

Geholfen hat beim Einsatz hat Fahrafellner die Sanierung der Türme vor einigen Jahren. „Die Investitionen haben sich gerechnet, sonst hätten wir mehr Verletzte gehabt“, ist der Feuerwehrkommandant sicher. Neben den neuen Steigleitungen hat auch die Anlage zur Belüftung des Stiegenhauses gut funktioniert.

Für jene Bewohner, deren Wohnungen wegen der Rauchschäden derzeit unbenutzbar sind, wurde vorübergehend Ersatz organisiert.