Kasten bei Böheimkirchen

Erstellt am 02. September 2017, 03:19

von Manuela Mayerhofer

Kasten: Neue Technik für Dämmung aus Stroh. Der Kastner Leopold Kasseckert hat ein eigenes Verfahren entwickelt, um Stroh als Dämmstoff beim Hausbau einzusetzen.

„Auch kleine Unternehmen können durchaus innovativ sein“, so Leopold Kasseckert, Geschäftsführer DPM Holzdesign.  |  privat

Das Tischlerei- und Holzbauunternehmen DPM lässt mit einem eigens entwickeltem Verfahren aufhorchen, bei dem Stroh als ökologischer Dämmstoff, der mittels Einblastechnik eingebracht und verwendet werden kann.

Neue Dämmtechnik war bereits im Einsatz

„Wir verwenden nur absolut hochwertiges Stroh. Die 425-Kilo-Ballen werden zerlegt, mehrfach zerkleinert, von Fremdkörpern gereinigt und entstaubt. Danach wird das so behandelte Stroh mit Einblastechnik als Dämmstoff für Wände, Decken und Dächer verarbeitet“, erklärt Unternehmer Leopold Kasseckert.

Im Gegensatz zur Dämmung mit Strohballen, kommt das zerkleinerte Stroh erst zum Einsatz, wenn die Baustelle „regendicht“ ist. Seit einem knappen Jahr laufen die Versuche, insgesamt 19 verschiedene Materialzulassungsprüfungen, darunter auch der Brandtest, wurden beim ersten Mal auf Anhieb geschafft.

Die neue Dämmtechnik wurde bereits bei einem Mehrparteienhaus, das DPM in der Hainfelderstraße in Böheimkirchen errichtet, sowie bei anderen Versuchsprojekten eingesetzt. „Dieser Dämmstoff schützt das Haus bestens vor sommerlicher Überhitzung, Lärm und hält Strahlungen besonders gut ab“, so Kasseckert.

„Wir zahlen einen fairen Preis für Stroh“

Derzeit wird das Stroh aus dem Raum rund um St. Pölten, Neulengbach und Tulln bezogen. „Wir brauchen noch Stroh, zahlen einen fairen Preis und bieten den Landwirten so eine Chance auf zusätzliche Einnahmen“, so der Kastner Unternehmer. Stroh sei eigentlich ein Abfallprodukt der Landwirtschaft, rund 70 Prozent davon werden eingeackert. Iso-Stroh ist neben Holz einer der wenigen Baustoffe, der nach dem Einsatz sorglos kompostiert werden kann.

Aktuell wird der Nahraum mit dem neuen Dämmstoff beliefert. „Wir haben das Verfahren, zur Herstellung dieses ökologischen Dämmstoffes zum Europa-Patent angemeldet, das Verfahren ist bereits abgeschlossen.

„Im Dezember investieren wir in eine Verpackungsanlage, danach soll der Vertrieb auf Deutschland, Italien und Dänemark ausgeweitet werden. Im September wird auch eine Musterbaustelle am Gardasee in Angriff genommen. Diese Verpackungsanlage für das zerkleinerte und einblasfähige Stroh, soll vor Jahresende in der Halle in Kasten installiert werden. „Dann können wir im Schnitt pro Tag Dämmmaterial für zwei Häuser verpacken“, so Kasseckert.