Erinnerung an den Bisenz. Der St. Pöltner Vollblutkünstler und Prandtauer-Preisträger Alexander Bisenz ist verstorben. Die Bestürzung und Trauer bei Weggefährten ist groß.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 18. Mai 2021 (11:30)
Schon 2017 hat der quirlige Allround-künstler Alexander Bisenz sein buntes Leben in „Der Bisenz – ein gelebtes Kasperltheater“ veröffentlicht. Am Samstag ist er 59-jährig an einer schweren Krankheit verstorben.
NÖN, NÖN

„Ich bin ein Grenzgänger. Das Leben ist viel zu kurz, um nur ein Ding zu machen“, sagte Alexander Bisenz. So lebte der am 15. Mai verstorbene Multi-Künstler, so bleibt er in Erinnerung, als wortgewaltiger Kabarettist, als treffsicherer Parodist, als Wuchtl-druckender Wurbala und als Maler und Verschönerer alltäglicher Dinge.

Als Zauberer, Feuerschlucker und Bauchredner startete der 1962 geborene Alexander Bisenz als 16-Jähriger seine über 40-jährige Bühnenkarriere. Mit den Shows „Ewig junge Helden“ und „Auszuckt“ mischte er die österreichische Kabarettszene Ende der 1980er-Jahre auf. Ab den 1990er-Jahren immer mit dabei war sein kultiges Alter Ego Alfred Wurbala.

Seine erste CD „Auszuckte Gfrasta“ bescherte ihm 1991 mit mehr als 50.000 verkauften Exemplaren den Platinstatus. Mit „Gnadenlos“ schaffte es Bisenz 1993 sogar auf Platz 1 der Austro-Charts, und mit Austropop-Legende Wolfgang Ambros, den er zuvor gnadenlos wie so viele andere parodiert hatte, sang Bisenz den Hit „Das Duell“.

Ab Ende der 1990er-Jahre widmete sich der Künstler hauptsächlich Farbe, Pinsel und Spachtel, gestaltete Schüttbilder aus buntem Sand und designte vieles, vom Mosaik-Tisch bis zur Baumskulptur.

Anlässlich seines 40-jährigen Bühnenjubiläums 2017 stellte er seine Biografie „Der Bisenz – ein gelebtes Kasperltheater“ vor, 2019 war Alfred Wurbala dann noch am Hit des Jahres beteiligt, im Musikvideo „Herr Inspektor“ von Seiler und Speer.

Alexander Bisenz war glücklicher Vater seines 1992 geborenen Sohnes Alexander, begeisterter St. Pöltner und Prandtauer-Preisträger der Stadt.

Unglaublich, dass der Alex nicht mehr bei uns ist!

Bürgermeister Matthias Stadler: „Ich bin bestürzt. Wir alle wussten, dass es Alexander im vergangenen Jahr nicht gut ging, aber er war immer ein zäher Knochen, ein Kämpfer, und hat sich immer wieder aufgerichtet. Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei seiner Familie, der ich bereits mein tiefstes Beileid ausgesprochen habe. Alexander Bisenz war ein ehrlicher Freund, ein wahrer St. Pölten-Fan und man konnte mit ihm trefflich diskutieren. Er hat die Stadt auf so viele Arten bereichert.“

Leopold Rotter, legendärer VSE- und Teamkicker: „Schock! Als er in St. Pölten spielte, haben wir uns öfter im legendären Cabrio getroffen. Und nicht nur dort. Bei einer VSE-Weihnachtsfeier im Gasthaus Kaller in Flinsbach hat er mit mir und Gustl Lebschy eine sensationelle Baurede-Nummer vorgeführt. Über die lachen viele heute noch, sie ist unvergessen. So wie er es bleiben wird.“

Musikmanager Peter Pansky: „Unglaublich, dass der Alex nicht mehr bei uns ist! Wir haben so viel zusammen erlebt. Ich habe des Öfteren im Studio mit ihm gearbeitet. Aber auch seine Besuche bei uns im Löwenkeller werde ich nie vergessen. Da ist er oft mit seinem Moped und dem Anhänger, auf dem er seinen Zauberkoffer mitgeführt hat, vor der Tür stehen geblieben. Und dann hat es nicht lange gedauert und er hat uns und unsere Gäste verzaubert. Mit seinen Tricks, aber ganz besonders mit seinem feinen Schmäh.“

Musikmanager Albin Wegerbauer: „Ich hatte Alexander als Manager 13 Jahre lang unter meinen Fittichen. Von seinen ersten Auftritten als Kinderzauberer an bestand zwischen uns so etwas wie eine Seelenverwandtschaft. Ich war so etwas wie sein Vater und gleichzeitig haben wir in wilder Ehe gelebt, mit allen Ups und Downs. Wir hatten Kontakt bis zum Schluss.“

Ex-Nationalratsabgeordneter Anton Heinzl: „Ich kannte Alexander Bisenz seit über 40 Jahren. Er ist damals mit seiner Stangl-Puch von Wien nach St. Pölten gefahren und hat in den Kindergärten Kasperltheater gespielt. So habe ich ihn kennengelernt. Aus unserer Bekanntschaft wurde wahre Freundschaft. Ich schätzte vor allem seine Ehrlichkeit und Sensibilität und seinen tollen Charakter. Als Politiker glaubt man, viele Freunde zu haben. Nach meinem Rückzug sind aber nur eine Handvoll wirklicher Freunde geblieben. Xandl war einer davon.“

 

FPÖ-Stadtrat Klaus Otzelberger: „Die Nachricht macht mich sehr betroffen. In den letzten Jahren hat sich eine Freundschaft entwickelt, ich erinnere mich gerne an lustige Abende mit Alexander. St. Pölten hat ein Unikat und einen polarisierenden Künstler verloren. Gute Reise und Ruhe in Frieden, lieber Freund.“