Was 2040 am Teller landet. NDU-Studenten haben überlegt, wie Zukunft aussieht und entwarfen etwa Labor-Fleisch und Wippen-Tische.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 16. August 2017 (16:39)
NOEN, NDU
Das gemeinsame Mahl ist für Student Daniel Schober die Urform des Beisammenseins. An dem von ihm konstruierten Tisch kann man daher nur zu zweit Platz nehmen.

Fleisch aus dem Labor, Insekten als Eiweißquelle und ein Ring am Finger, der Körperfunktionen misst und Ernährungs- und Gesundheitstipps gibt – so könnte laut den Studierenden der New Design University die Zukunft aussehen. Markus Brunnthaler, Inhaber des Unternehmens „Miraplast“, ein Hersteller für Küchen- und Haushalts-Produkte aus Kunststoff, der neben Würmla auch einen Standort in Böheimkirchen hat, hat mit den Studenten einen Blick ins Jahr 2040 geworfen. Innerhalb eines Semesters versuchten sie herauszufinden, wie wir dann leben, essen und arbeiten.

Essen der Zukunft wurde "entwickelt"

Die „Design, Handwerk & materielle Kultur“-Studenten haben zuerst über aktuelle Entwicklungen und neue Trends recherchiert und dann ihrer Fantasie freien Lauf gelassen. Ein klarer Schwerpunkt war dabei das Essen der Zukunft: Laura Burtscher hat sich etwa mit „In-vitro-Fleisch“ auseinandergesetzt. Dabei wird einem Tier eine Stammzelle entnommen und dann vervielfacht. So kann Fleisch für Tiere schmerzfrei hergestellt werden. „Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass das die Zukunft ist“, meint die Studentin, die zeigte, wie das Labor-Fleisch dann angerichtet werden könnte.

NOEN

Einen eher gesellschaftspolitischen Ansatz wählte ihr Kollege Daniel Schober. „Ich habe das Gefühl, gerade, was das Essen betrifft, bewegen wir uns immer weiter weg von der Gemeinschaft. „To-go“-Produkte und Fast-Food werden mehr, gemeinsames Essen nimmt ab“, erzählt er. Um dem entgegenzuwirken, hat der Student einen Tisch mit eingebauter Wippe konstruiert, denn „dort kann man gar nicht alleine essen.“

Von Bedeutung war das Projekt für Brunnthaler auch aus wirtschaftlicher Sicht: „Als Unternehmer beschäftigt man sich immer damit, wo die Reise hingeht. Das ist wichtig, um auch später die richtigen Produkte anbieten zu können.“