Das Rad dreht sich in St. Pölten weiter. An der Traisen bekommen Radler mehr Bewegungsfreiheit, im Westen einen Weg.

Von Max Steiner. Erstellt am 03. Februar 2021 (04:13)
Hier gemeinsam bei der Erkundung der Radwege in der Stadt: Maria Zögernitz (2. v. l.) und Mitstreiter von der Radlobby mit Stadtrat Klaus Otzelberger, Gemeinderat Markus Hippmann, Stadträtin Renate Gamsjäger, Peter Krammer und Vizebürgermeister Harald Ludwig.
Gruber-Dorninger

Die wachsende Zahl der Radler wurde nicht nur durch Corona, sondern auch im Wahlkampf sichtbar. Pläne und Ideen gibt es nach der Wahl viele. Für eine bessere Verbindung an der Traisen präsentierte die Stadt den Plan, die Wege am Ufer zu entflechten. 255.000 Radfahrern diente im vergangenen Jahr der Traisen-Radweg als wichtigste Nord-Süd-Verbindung. Genauso nutzen ihn auch viele Spaziergänger, Läufer und andere Sportler. Jetzt wird zwischen Regierungsviertel und Westautobahn ein neues Wegesystem mit Einbindung des Sekundärdamms entstehen, das laut Magistrat ein Anreiz sein soll für langsamere Bewegungsformen. Interessenskonflikte sollen so verringert werden und der asphaltierte Weg direkt an der Traisen für Radler und und weitere „schnellere nicht motorisierte Mobilitätsformen“ frei sein.

Bereits Arbeiten zu sehen sind für die durchgehende Radverbindung vom Hauptbahnhof bis Waitzendorf . Nahe dem Friedhof wird an der Goldegger Straße mit der Dammschüttung begonnen. Das Projekt wird dann in zwei Phasen umgesetzt. In der ersten sollen sichere Radfahr- und Mehrzweckstreifen auf einer neuen Fahrbahnoberfläche zwischen Bahnhof und Friedhof entstehen. Danach soll ein baulich getrennter Radweg, für den jetzt schon aufgeschüttet wird, die Lücke zwischen Friedhof und Waitzendorf schließen.

Radlobby hat noch viele Vorschläge

Empfehlungen zu der neuen Radverbindung bis Waitzendorf hat auch die St. Pöltner Radlobby abgegeben. „Wie weit unsere Ideen berücksichtigt wurden, wissen wir aber nicht“, so Sprecherin Maria Zögernitz. Die Pläne habe die Radlobby nicht alle einsehen können. In einem knapp 40-seitigen Konzept hat sie ihre Vorschläge eingebracht. Darin vorgeschlagen sind eigene Radverkehrsanlagen auf beiden Straßenseiten, eine Aufhebung der Benützungspflicht von kombinierten Geh- und Radwegen, um auch Fußgeher nicht weiter zu beeinträchtigen, und ein Leuchtturmprojekt: Die Park-and-Ride-Anlage soll zur „Drive In – Ride Through“-Parkhausanlage werden, durch die Radler dann auch legal fahren dürfen. Die Idee für den Traisenweg schaue gut aus, meint Zögernitz. Die konkreten Pläne kenne man allerdings noch nicht. Generell hofft die Radlobby auf ein neues Radverkehrskonzept für St. Pölten mit der Promenade als Herzstück und Hauptrouten von dort durch die Stadt.

Für mehr echte Radwege hatten sich im Wahlkampf auch die Grünen starkgemacht. Zuletzt schlug auch die ÖVP „sichere, räumlich getrennte Radschnellwege in die Stadtteile sowie auf den städtischen Hauptrouten“ vor. Hier könnte die ÖVP eine vernetzende Kraft Richtung Land sein, meint Maria Zögernitz.

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