Zustimmung und grüne Kritik an Rewe-Zentrallager in St. Georgen/Stfd.

Erstellt am 21. Juni 2022 | 17:22
Lesezeit: 3 Min
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Das geplante Zentrallager von Rewe in St. Georgen sorgt für Unmut und Kritik bei den Grünen.
Foto: Arman Kalteis
Das bisherige Lager in der Nähe des Kopal-Areals soll aufgelöst werden.
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Der Rewe-Konzern plant den Bau eines neuen Zentrallagers – dieses soll im Stadtteil St. Georgen entstehen. Die umliegenden Lagerstandorte sollen dafür zusammengelegt und in einem neuen und zentralen Standort vereint werden.

Gesamtfläche laut Rathaus etwa 20 Hektar

Mit dem Neubau in St. Georgen ist auch die Auflassung des bestehenden Lagers in der Nähe des Kopal-Areals vorgesehen. Die Arbeitskräfte des dortigen Lagers werden vom neuen Standort übernommen. Wir hatten berichtet:

Laut Rathaus-Angaben soll die Gesamtfläche für das Frischelager im Süden St. Pöltens rund 20 Hektar betragen. Es sollen außerdem ein Hochwasserschutz errichtet und das Potenzial möglicher Aufforstungsflächen erhoben werden.

„Wir sind in ganz Österreich auf der Suche nach geeigneten Flächen und freuen uns, nun fündig geworden zu sein und weiterhin in St. Pölten bleiben zu können“, heißt es seitens des Rewe-Konzerns.

Das neue Lager, das nur wenige Kilometer von der bestehenden Niederlassung entfernt sei, werde die Auslieferung von regionalen Erzeugnissen und Frischeprodukten ermöglichen. Informationen zur Investitionshöhe sowie zum Zeitplan gab es von Rewe vorerst nicht.

Grüne kritisieren „SPÖ-Profitgier“

Das geplante Bauvorhaben sorgt aber bereits für Kritik. „Die wertvollen Böden, die Bürgermeister Stadler heute damit vernichtet, werden meiner Generation morgen fehlen, wenn es um Artenvielfalt, regionale Versorgung und eine klimagerechte Zukunft geht“, zeigt sich der grüne Bezirksspitzenkandidat für die NÖ-Landtagswahl Fabian Schindelegger verärgert.

„Unsere stadteigenen Flächen werden aus reiner Profitgier und Größenwahn der Stadtregierung an einen Riesenkonzern verscherbelt“, so Schindelegger weiter. Die Grünen-Landessprecherin Helga Krismer warnt außerdem: „Wenn wir die rasante Bodenversiegelung nicht endlich stoppen, heizen wir die Hitze, das Hochwasser und die Trockenheit noch weiter an.“

Arbeitsplätze erhalten, Wege kurz halten

Die Kritik will die SPÖ nicht gelten lassen. Sie stehe für Arbeit und Nachhaltigkeit und daher zur Entwicklung von Arbeitsplätzen dort, wo die Menschen auch leben. „Auch zur Nutzung von ausgewiesenen Gewerbeflächen stehen wir, weil wir zur Nachverdichtung und gegen Projekte der immer weiteren Zersiedlung sind“, betont Vizebürgermeister Harald Ludwig.

Unterstützung bekommt er auch von Masterplaner Josef Wildburger, der nachdrücklich darauf hinweist, dass das NÖ Central ein ausgewiesenes Betriebsgebiet ist. „Die zentrale Lage ist ökologisch sinnvoll, weil damit entsprechend Lieferstrecken verkürzt werden und damit Emissionen geringer gehalten werden“, sagt Wildburger.

Der Rewe-Konzern trage zu einer besseren regionalen Versorgung bei. „Der Rewe- Konzern entwickelt dort, wo es sinnvoll ist, im Zentralraum, um rundherum effizient zu versorgen und zu distribuieren“, sagt auch Ludwig.

„Wir haben schon eine sehr strenge Raumordnung“, betont Thomas Salzer, Präsident der Industriellenvereinigung. Die benutzte Fläche sei als Betriebsgebiet ausgewiesen und müsse auch als solche genutzt werden dürfen. „Da muss es Rechtssicherheit geben“, sagt Salzer.

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