Hinter dem Hippolyt-Haus: Diözese St. Pölten setzt auf Wasserkraft

Aktualisiert am 10. Mai 2022 | 17:30
Lesezeit: 3 Min
Ein neues Kraftwerk entstand auf der Rückseite des Hip-Hauses. Bis zum Sommer soll es in Betrieb gehen.
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Das Rauschen des Mühlbaches im Bereich des Neugebäudeplatzes ist nicht zu überhören. Gewaltig ist die Kraft des Wassers in diesem Bereich.

Bald wird diese Kraft sauberen Strom erzeugen, denn die Diözese St. Pölten investiert in erneuerbare Energie und errichtete hinter dem Hippolyt-Haus ein Kleinwasserkraftwerk.

Schon 2021 haben die Arbeiten begonnen. In der Vorwoche wurde die Wasserschnecke geliefert und in Millimeterarbeit in das neue Kraftwerksgehäuse gehoben. Bis zum Sommer soll das neue Kraftwerk in Betrieb gehen.

„Das ist ein wichtiger weiterer Schritt Richtung gelebter Schöpfungsfreundlichkeit.“ Bischof Alois Schwarz

„Die starke Strömung des Mühlbaches direkt vor der Haustüre nun nutzen zu können, ist ein wichtiger weiterer Schritt Richtung gelebter Schöpfungsfreundlichkeit“, freut sich Bischof Alois Schwarz über das Kraftwerk, welches das Hip-Haus schon bald mit erneuerbarer Energie versorgen soll.

Die Investitionskosten für die neue Anlage belaufen sich auf rund 500.000 Euro. Mit einer Leistung von rund 50 kW wird ein Jahresstromertrag von 360 Megawattstunden erwartet. Damit könnten rund 100 Haushalte versorgt werden, benötigt wird der Strom aber für das Hip-Haus.

Ebenfalls für dieses Jahr geplant ist die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage auf den Dächern des Bildungshauses St. Hippolyt. „Diese soll die Tagesspitzen des Strombedarfs des Hauses selbst über die Grundlast hinaus decken können“, heißt es von der Diözese.

Die Wasserkraft hat eine lange Geschichte in der Stadt. Seit Siedlungsbeginn gibt es Aufzeichnungen von Mühlen und Betrieben entlang des Mühlbaches.

„Seit dem 14. Jahrhundert gibt es gesicherte Informationen über den Mühlenbetrieb des Augustiner-Chorherrenstiftes St. Hippolyt, das heute der Verwaltungssitz der Diözese St. Pölten ist“, verlautet die Diözese. Dass nun die Kraft des Mühlbaches erneut genutzt werde, sei ein wichtiger Schritt für mehr Energieautarkie, Energieregionalität und grüne Energienutzung.

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