Filmschätze aus NÖ bei Symposium. Amateurfilme der Sammlung „Niederösterreich privat“ dienen als Quelle zur Erforschung von Alltagskultur und Zeitgeschichte.

Von Caroline Böhm. Erstellt am 02. November 2019 (18:25)
Almut Hufnagl, Fumiko Tsuneishi, Florian Ribisch, Birgit Maimer, Ulrich Schwarz-Gräber, Ernst Kieninger, Ernst Langthaler, Johanna Zechner, Christian Rapp, Brigitte Semanek und Hermann Dikowitsch gaben Einblicke in die Entwicklung der Sammlung „NÖ privat“.
Museum Niederösterreich

Die Filme produzierte kein Starregisseur wie Michael Haneke. Stattdessen flimmerten im Museum NÖ private Aufnahmen von Familienfesten, Ferienlagern oder Feldarbeit über die Leinwand. Der Kinoabend war der Auftakt zu einem zweitägigen Symposium in St. Pölten, das Einblicke gab in die Entstehung, Herausforderungen und Chancen des Projekts „NÖ privat“. Rund 70.000 Filmrollen mit über 9.000 Stunden Material hüten das Land NÖ und das Filmarchiv Austria. Der „kulturhistorische Schatz“ ist eine der weltweit größten regionalen Sammlungen von Amateurfilmen.

Auf dem Tisch stehen Kaffee und Kuchen, jemand packt Geschenke aus. Vermeintlich banale Filmszenen wie ein solches Kaffeekränzchen, sind sich die Forschenden einig, dokumentieren gesellschaftliche Entwicklungen. Nach dem Sichern dieses Schatzes fokussiert sich das Forschungsnetzwerk Interdisziplinäre Regionalstudien aktuell darauf, die Sammlung inhaltlich zu erschließen und so für Forschung und Vermittlung nutzbar zu machen. Denn anders als das Motto des Suchaufrufs vermuten ließ, „schreiben die Filme nicht selbst Geschichte“, so Historiker Ulrich Schwarz-Gräber. „Sondern es braucht Leute, die mit diesen Filmen Geschichte schreiben.“

Die nächste Gelegenheit, Filme der Sammlung im Museumskino in St. Pölten zu sehen, gibt es am Samstag, 29. November, um 19 Uhr.