Klaus Otzelberger: „Wache soll Polizei ergänzen“. FPÖ-Spitzenkandidat Klaus Otzelberger spricht über die Zukunft seines Kindes und die Sicherheit.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 30. Dezember 2020 (03:59)
Beim NÖN-Wahl-Talk stellte sich FPÖ-Spitzenkandidat Klaus Otzelberger (links) den Fragen von NÖN-St. Pölten-Redaktionsleiter Martin Gruber-Dorninger.
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Als dritter Kandidat für die Gemeinderatswahl hat FPÖ-Obmann Klaus Otzelberger im roten NÖN-Sessel Platz genommen. Beim NÖN-Wahl-Talk sprach er über die Zukunft seiner Tochter, über den Ärztemangel und darüber, was er unter „Wirtschaftsflüchtlingen“ versteht.

„Gemeinsam mit Martin Antauer haben wir bei der letzten Wahl das historisch beste Ergebnis für die FPÖ geholt. 14,7 Prozent.“ Klaus Otzelberger

NÖN: Sie sind gerade erst Vater geworden. Haben Sie sich schon Gedanken über die Zukunft Ihrer Tochter gemacht?
Klaus Otzelberger: Als ich ein Kind war, war ich Schüler in der Daniel-Gran-Volksschule. Ich möchte meine Tochter dort nicht hinschicken, denn es gibt dort Klassen, wo kein einziges Kind mehr deutsch spricht. Das ist für deutschsprachige Kinder ein großer Nachteil. Bei den Kinderärzten hat man auch geschlafen. Wir haben in St. Pölten nur noch einen Kinder-Kassenarzt und man kann nur noch zu Privatärzten gehen.

Wie kann man Kinderärzte nach St. Pölten locken?
Die Stadt kann schauen, dass sie günstigere Ordinationen zur Verfügung stellt und Anreize bietet, um Ärzte nach St. Pölten zu holen. Der ÖVP-Vizebürgermeister Matthias Adl sollte bei der Bundesregierung einwirken. Bürgermeister Matthias Stadler könnte dasselbe als Vorsitzender des NÖ Städtebundes tun.

Was kann man in puncto Kinderbetreuung machen?
Ich schaue da gerne nach Wels, weil dort Andreas Rabl ein freiheitlicher Bürgermeister ist. In Corona-Zeiten werden dort die Kosten für Kinderbetreuung außer Kraft gesetzt. Das würde ich mir auch in St. Pölten wünschen.

Im sozialen Sektor wird sich durch die Coronakrise einiges ändern. Gibt es da Vorschläge, wie man hier entgegenwirken kann?
Leistbares Wohnen ist für den sozialen Frieden sehr wichtig. Ich würde aber auch vorschlagen, jedem St. Pöltner einen 1.000-Euro-Gutschein auszustellen. Die 20 Euro, die bisher ausgestellt wurden, sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Es wäre besser, Kunst- und Kulturprojekte hintanzustellen und stattdessen das Geld an die St. Pöltner auszuzahlen. Das würde die Wirtschaft ankurbeln, Arbeitsplätze sichern und es würde den Leuten beim Konsum helfen. Einsparen würde ich auch bei der Finanzierung für Wirtschaftsflüchtlinge.

Können Sie das Wort „Wirtschaftsflüchtling“ definieren?
Das ist jemand, der aus einem entfernten Land nach Österreich kommt, in das Sozialsystem einwandert, hier um Asyl ansucht. In dem Moment, in dem er asylberechtigt ist, bekommt er Mindestsicherung. Und da gibt es Menschen, die hier seit Jahren bei uns leben und arbeiten dürfen. Sie tun es aber nicht.

Worauf haben Sie bei Ihrer Kandidatenliste geachtet?
Gemeinsam mit Martin Antauer haben wir bei der letzten Wahl das historisch beste Ergebnis für die FPÖ geholt. 14,7 Prozent. Ich habe es sogar geschafft, ein Direktmandat zu holen. Wir haben auf der Liste eine bunte Mischung. Landtagsabgeordnete Vesna Schuster ist kürzlich nach St. Pölten gezogen und ich habe ihr den letzten Platz auf der Liste angeboten. Das hat sie angenommen und sie wird uns im Wahlkampf unterstützen.

Was steht zum Thema Sicherheit in Ihrem Wahlprogramm?
In einer aktuellen Statistik ist die Kriminalität im ersten Halbjahr in St. Pölten um 5,8 Prozent gestiegen. Das ist trotz des Lockdowns gewaltig. Wir haben viele Anrufe von Frauen, die sich abends nicht mehr raustrauen. St. Pöltens Polizisten müssen derzeit über 30.000 Überstunden leisten, um den Betrieb noch aufrechtzuerhalten. Eine Stadtwache für St. Pölten wäre eine Ergänzung.