Die Bachforelle ist in Böheimkirchen zurück. Natur am Michelbach erholt sich gut. Sensible Fischarten profitieren von der Umgestaltung.

Von Michael Fusko. Erstellt am 31. Dezember 2020 (03:17)
Ökologe Martin Mühlbauer mit einer Bachforelle aus dem Michelbach.
Michael Fusko

Die Umgestaltung des Michelbachs nach ökologischen Gesichtspunkten macht sich bezahlt. Fischwanderhilfen und ein neu gestaltetes Bachbett mit Kiesbänken und tiefen Bereichen holen die Natur zurück an den Fluss. Entlang der mehr als vier Kilometer langen renaturierten Strecke sind aber auch Badeplätze und attraktive Bereiche für die Naherholung entstanden.

Positiv wirkt sich die gute Wasserführung durch die Niederschläge im Sommer aus. „Graureiher, Gänsesäger, Eisvogel und Wasseramsel, aber auch Fischotter und Biber können am Michelbach wieder beobachtet werden. Sogar dem Flussuferläufer, der sich sonst nur an größeren Flüssen aufhält, gefällt es hier“, weiß Ökologe Martin Mühlbauer.

Ein Teil dieser Arten ist auf Fisch als Nahrung angewiesen. Fische sind aber auch Zeiger für den ökologischen Zustand eines Gewässers. Im Herbst 2019 und 2020 wurden schonende Bestandserhebungen mittels Elektrobefischung durchgeführt. Die Tiere werden nach der Erfassung wieder ins Wasser gesetzt. Die Auswertungen laufen noch, bereits jetzt zeichnet sich aber eine deutliche Erholung des Fischbestands ab. Auffällig sind Verbesserungen bei sensiblen Arten wie der Bachforelle, die unter der Gewässer-Erwärmung besonders leidet. „Wir haben im November über 30 Laichplätze von Bachforellen gefunden. Das lässt auf eine Zunahme des Bestands hoffen“, freut sich Mühlbauer.

Viele ehemals im Michelbach heimische Fischarten sind durch Beeinträchtigungen der Vergangenheit verschwunden und müssen erst wieder zuwandern. Es ist daher eine Wiederanbindung von Perschling und Michelbach an die Donau geplant. „Ein Hindernis für ein Einwandern bis nach Böheimkirchen ist das Wehr in Schildberg. Die Gemeinde ist daher bemüht, dafür eine Lösung zu finden“, meint Mühlbauer.