Lautes Leben in St. Pölten . Lärm und Menschen werden mehr. Aber: Weniger Klagen bei Magistrat und Polizei.

Von Beate Steiner. Erstellt am 18. August 2017 (16:57)
NOEN, Veranstaltungsservice St. Pölten/Hanna Partaj
Musik und Lebensfreude am sommerlichen Rathausplatz.

Da ist was los in der Innenstadt von St. Pölten: Der Rathausplatz wird während der Ferien zum Sommerfestival-Platz mit Musik und vielen Gästen aus der Umgebung, Grätzl-Feste, Beisltouren und Musik-Happenings bringen lautes Leben in die City. An warmen Tagen und in lauen Nächten sind die Schanigärten voll mit gut gelaunten Besuchern, die die Nacht dann in einem Lokal ausklingen lassen.

Das trägt manchmal zur schlechten Laune der Anrainer bei: „Immer öfter halten Nacht-Eulen dann vor den Lokalen lautstark ein Tratscherl ab, oder gehen schrill lachend zum nächsten Lokal oder zu ihren Autos“, erzählt eine Bewohnerin der Wiener Straße. Sie bestätigt, dass es nicht nur lustiger und lebhafter, sondern auch lauter geworden ist in der Stadt. Das hänge mit den unzähligen Baustellen zusammen, meint sie, aber „auch damit, dass die Leute jetzt oft vor den Bars und Beisln rauchen“, weiß ein Lokalbesitzer, der seine Gäste immer wieder bittet, auf schlafende Nachbarn Rücksicht zu nehmen.

Mehr Veranstaltungen, weniger Beschwerden

Offizielle Klagen beim Magistrat wegen öffentlicher Ruhestörung gibt es wenige: „Eine war es in der vergangenen Woche“, bestätigt Behördenleiter Martin Gutkas, „Beschwerden kommen immer dann, wenn die Zeiten laut Verordnung nicht eingehalten werden.“ Bis Mitternacht dürfen sich Gäste in den Schanigärten einen Drink genehmigen, dann muss im Lokal weiter gefeiert werden – bei geschlossenen Fenstern.

Dass die Schanigärten in St. Pölten bis 24 Uhr offenhalten dürfen, ist übrigens eine Besonderheit der Landeshauptstadt. Österreichweit gilt als Gastgarten-Sperrstund‘ 23 Uhr, nur in Tourismusgebieten wird länger nach draußen serviert.

Keine Musik in Schanigärten

In Schanigärten darf grundsätzlich keine Musik gemacht werden, „laut Paragraph 76a Gewerbeordnung“, betont Martin Gutkas. Ausnahme sind natürlich Veranstaltungen. Diese sind zwar mehr geworden in den vergangenen Jahren, aber die Anzeigen wegen Lärmbelästigung während der städtischen Feste sind zurückgegangen, versichert Kontrollinspektor Erwin Suchan, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Bahnhof: „Über die Veranstaltungen an sich gibt es immer weniger Beschwerden.“